Panorama

Leipziger Zoo ist "geschockt" Löwin frisst ihre beiden Babys

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Die Löwenmutter Kigali und ihre beiden Jungen nach der Geburt in einem Gehege im Leipziger Zoo.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die junge Löwin Kigali wird im Leipziger Zoo Mutter. Von den drei Jungen stirbt eines kurz nach der Geburt, die beiden anderen scheinen aber gesund zu sein, Kigali kümmert sich intensiv um sie. Dann ändert sich ihr Verhalten schlagartig.

Im Leipziger Zoo sind zwei wenige Tage alte Löwenbabys von ihrer Mutter gefressen worden. Wie der Tierpark in der sächsischen Stadt mitteilte, hatte sich die in der Aufzucht von Jungen noch unerfahrene Löwin Kigali bis dahin intensiv und gut um ihren Nachwuchs gekümmert. Am Montagabend habe sie die beiden während der Fellpflege in der separaten sogenannten Mutterstube allerdings plötzlich aufgefressen. "Wir sind geschockt und können es nicht erklären. Bis dahin hatte Kigali alles richtig gemacht", sagte Bereichsleiter Jens Hirmer der "Leipziger Volkszeitung". Die Jungtiere wurden nur wenige Tage alt.

Mutter und Nachwuchs sei es zuvor augenscheinlich gut gegangen, hieß es. Näheren Aufschluss über das Geschehen werde es nicht geben, weil eine Obduktion der Jungtiere unmöglich sei. Die Löwin machte anschließend insgesamt einen ruhigen Eindruck, wie der Zoo mitteilte. Sie solle noch ein paar Tage im abgeschirmten Teil des Geheges bleiben und dann wieder mit Artgenossen zusammenkommen.

Das Phänomen, das Elterntiere den Nachwuchs fressen, wird auch Kronismus genannt. Derartiges Verhalten kommt in der Natur vor, etwa wenn Jungtiere geschwächt oder krank sind. Die Ursache könnte laut Leipziger Zoo auch in diesem Fall "in der Entwicklung der Jungtiere" liegen.

Eine andere Möglichkeit wäre die "Unerfahrenheit der Mutter". Die Löwenjungen waren am Freitag geboren worden. Ein drittes Junges war bereits kurz nach der Geburt gestorben, berichtet die "Leipziger Volkszeitung". Für Besucher waren sie noch nicht zu sehen gewesen.

Quelle: ntv.de, agr/AFP