Panorama

Infizierter Lehrer am Gymnasium Lüneburg schickt 1000 Schüler in Quarantäne

Am Lüneburger Johanneum-Gymnasium unterrichten rund 100 Lehrkräfte mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler. Eine Lehrkraft war vor kurzem mit einer Klasse in Tirol und hat sich dort mit dem Coronavirus angesteckt. Das städtische Gesundheitsamt geht kein Risiko ein.

Im Lüneburg müssen über 1000 Schüler und rund 100 Lehrer in Quarantäne. Das hat das Gesundheitsamt der niedersächsischen Stadt entschieden, nachdem eine Lehrkraft des städtischen Johanneum-Gymnasiums positiv auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-19 getestet wurde. Die Lehrkraft sei zuvor mit einer Schulklasse in Tirol gewesen, teilte die Stadt mit. Aufgrund des großen Kreises von Menschen um die erkrankte Lehrkraft habe das Gesundheitsamt entschieden, die gesamte Belegschaft und alle Schülerinnen und Schüler häuslich zu isolieren.

Unter Berufung auf das Infektionsschutzgesetz gilt die Quarantäne bis 25. März - sofern keine Symptome festgestellt werden. "Es ist Ihrer Tochter/Ihrem Sohn in dieser Zeit untersagt, Ihre Wohnung ohne ausdrückliche Zustimmung des Gesundheitsamtes zu verlassen", schreibt der Landkreis in einem Brief an die Eltern der betroffenen Schüler. "Ferner ist es Ihrer Tochter/Ihrem Sohn in dieser Zeit untersagt, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht Ihrem Haushalt angehören."

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Ein Schreiben mit erheblichen Konsequenzen.

(Foto: Landkreis Lüneburg)

In dem Schreiben erfahren die Eltern auch, auf welche Symptome sie achten sollen. Außerdem werden sie aufgefordert, bis zum Ende der Quarantäne zweimal täglich die Temperatur ihrer Kinder zu messen. Auch wird ihnen empfohlen, sie "zeitlich und räumlich" abzutrennen beispielsweise, indem sie ihre Mahlzeiten "nicht gemeinsam, sondern nacheinander" einnehmen. Sollten die betroffenen Schüler Symptome entwickeln, sind die Eltern aufgefordert, das Gesundheitsamt zu kontaktieren.

Unabhängig von der Quarantäne bleibt das Gymnasium wie alle Schulen in Niedersachsen bis zum 18. April 2020 geschlossen. Es könne keine Notbetreuung an der Schule stattfinden, erklärte die Stadt.

Quelle: ntv.de, chr/dpa