Panorama

Belästigt, beleidigt, bedroht Mädchen flüchten öfter aus sozialen Medien

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Die Folgen von Online-Gewalt gegen Mädchen sind gravierend, warnt Plan International.

(Foto: imago images / Reporters)

Die Erfahrung, aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert zu werden, machen Mädchen und junge Frauen nicht nur auf der Straße, sondern vermehrt auch in sozialen Medien. In Deutschland berichten 70 Prozent von verbalen Angriffen. Jede zehnte Betroffene nutzt Facebook, Twitter und Co. deshalb seltener.

Mädchen und junge Frauen erleben laut einer Umfrage online mehr Belästigung als auf der Straße. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Kinderrechtsorganisation Plan International. Demnach erfahren 58 Prozent der befragten Mädchen und jungen Frauen Bedrohungen, Beleidigungen und Diskriminierungen in den sozialen Medien. In Deutschland sind es sogar 70 Prozent. Für die Umfrage wurden weltweit 14.000 Mädchen und junge Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren befragt - 1003 davon in Deutschland.

"Die Ergebnisse des Mädchenberichts zeigen, wie machtlos sich viele Mädchen und junge Frauen in sozialen Netzwerken fühlen und dass es viel zu wenig Mechanismen gibt, um wirksam gegen Angriffe und Schikane vorzugehen", sagte Plan-Geschäftsführerin Maike Röttger. Mädchen hätten das Recht darauf, sich frei und sicher im Netz zu bewegen und sich zu Themen zu positionieren. "Aber sie werden viel zu oft mundtot gemacht", meinte Röttger.

Folgen von Online-Gewalt

Plan International rufe daher alle Nutzerinnen von sozialen Medien auf, einen offenen Brief mit Forderungen nach wirksamen Maßnahmen an die Betreiber der Digital-Plattformen zu unterschreiben. Die Folgen von Online-Gewalt seien gravierend: 13 Prozent der Betroffenen weltweit nutzen die sozialen Medien weniger, 13 Prozent schreiben keine Posts mehr, 8 Prozent melden sich sogar ganz ab.

Am häufigsten erleben Mädchen digitale Gewalt auf Facebook (39 Prozent), gefolgt von Instagram mit 23 Prozent. In Deutschland nutzen 11 Prozent der Betroffenen die sozialen Medien weniger, 9 Prozent schreiben keine Posts mehr und 5 Prozent verlassen die Plattformen ganz. In Deutschland liege Instagram als Plattform mit den meisten Angriffen (45 Prozent) vor Facebook (35 Prozent).

Quelle: ntv.de, jug/dpa