Panorama
Ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden erklärt die Lage.
Ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden erklärt die Lage.(Foto: REUTERS)
Samstag, 14. Mai 2011

33 Menschen unter Quarantäne: Mädchen stirbt an Ebola

Der erschreckend schnelle Tod einer jungen Patientin in Uganda alarmiert die Behörden bis hoch zur Weltgesundheitsorganisation WHO. Labortests bestätigen den ersten Verdacht: Im Körper des Mädchens wüten Ebola-Viren. Die große Angst: Das betroffene Krankenhaus liegt unweit der Millionenstadt Kampala.

Ebola-Ausbruch 2007: Experten der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen richten in Kampungu im östlichen Kongo eine provisorische Quarantänestation ein.
Ebola-Ausbruch 2007: Experten der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen richten in Kampungu im östlichen Kongo eine provisorische Quarantänestation ein.(Foto: REUTERS)

In Uganda ist vergangene Woche ein zwölfjähriges Mädchen an Ebola gestorben. Das Mädchen sei am 6. Mai in der Stadt Bombo rund 35 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kampala in ein Krankenhaus eingeliefert worden und wenige Stunden später gestorben, sagte eine Vertreterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Tests hätten am Freitag ergeben, dass sie an dem Ebola-Virus gestorben sei.

Nach Bekanntwerden des Ebola-Falles sind 33 Menschen in der Stadt Bombo vorsorglich isoliert worden. Ein Sprecher der ugandischen Gesundheitsbehörde bestätigte die Schutzmaßnahmen. In der ugandischen Hauptstadt Kampala leben offiziellen Angaben zufolge mehr als 1,3 Millionen Menschen. Die Stadt am Nordrand des Victoriasees ist das wirtschaftliche Zentrum der gesamten Region mit zahlreichen Verbindungen in die umliegenden Staaten.

Um eine Ausbreitung der hochansteckenden und häufig tödlichen Krankheit zu verhindern, wurden die Familienangehörigen des Mädchens sowie die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal in einem Militärkrankenhaus isoliert. Da Bombo nur 40 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernt ist, war die Sorge vor einer neuen Ebola-Epidemie groß.

Den WHO-Angaben zufolge wurde im Krankenhaus von Bombo eine Quarantäne-Einheit eingerichtet, um mögliche weitere Ebola-Patienten aus der Region aufzunehmen. Der Sprecher des nationalen Gesundheitsdienstes, Nathan Muhisha, sagte, es sei eine Sitzung zur Besprechung des Vorfalls einberufen worden. Der Krisenstab des Gesundheitsministeriums sei in erhöhter Alarmbereitschaft.

Die hochansteckende Viruserkrankung, die nach einem Fluss in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo benannt ist, verläuft in 50 bis 90 Prozent der Fälle tödlich. Zuletzt starben 2007 im Westen Ugandas 37 Menschen an der Seuche. Bei einem Ausbruch der Krankheit im Jahr 2000 waren in Uganda rund 170 Menschen an Ebola gestorben.

Wie reagiert Präsident Museveni?

Die Furcht vor einem Ebola-Ausbruch trifft das Land inmitten innenpolitischer Spannungen. Der ugandische Präsident Yoweri Museveni war Ende vergangener Woche in Kampala für fünf weitere Jahre im Amt vereidigt worden. Der seit 1986 regierende ehemalige Guerillaführer gehört zu den afrikanischen Langzeit-Herrschern. Er hatte die - von der Opposition angezweifelten - Wahlen im Februar deutlich gewonnen. Bereits vor Jahren ließ Museveni die Verfassung des ostafrikanischen Landes ändern, um länger als die darin vorgeschriebenen maximal zwei Amtszeiten regieren zu können.

Der neue alte Präsident schwört den Amtseid: Yoweri Museveni sollte den Text mittlerweile auswendig kennen.
Der neue alte Präsident schwört den Amtseid: Yoweri Museveni sollte den Text mittlerweile auswendig kennen.(Foto: AP)

Zu der Zeremonie waren unter anderem der simbabwische Präsident Mugabe will Macht sichern und der kongolesische Präsident Joseph Kabila nach Uganda gereist. Der ebenfalls eingeladene sudanesische Präsident Omar Al-Baschir, der als mutmaßlicher Kriegsverbrecher mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, ließ sich vertreten.

Nach der Vereidigung kam es trotz eines massiven Sicherheitsaufgebotes zu Protesten von mehreren tausend Oppositionsanhängern. Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden mindestens 27 Menschen verletzt, als die Polizei Menschen auseinander zu treiben versuchte, die den am Morgen nach Uganda zurückgekehrten Oppositionsführer Kizza Besigye entlang der Straße begrüßen wollten.

Museveni hatte in der Vergangenheit wiederholt angekündigt, gegen Protestaktionen hart durchzugreifen. Bei Kundgebungen in den vergangenen Wochen wurden mindestens neun Menschen getötet, als die Polizei außer Tränengas, Wasserwerfern und Schlagstöcken auch scharfe Munition gegen die Demonstranten einsetzte.

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Quelle: n-tv.de