Panorama

Wachauftrag für Tschetschenen Mafia soll Polizeigebäude bewacht haben

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Wachschützer in Berlin (Archivbild).

(Foto: imago stock&people)

Tschetschenische Mafiabanden verdrängen in manchen deutschen Regionen andere Kriminelle mit großer Brutalität aus dem Geschäft. Möglicherweise konnten sie auch Polizeieinrichtungen ausspionieren - weil sie einen Auftrag der Polizei hatten.

Mitglieder tschetschenischer Mafiabanden haben nach "Spiegel"-Informationen Wachschutzaufträge für mehrere Polizeigebäude in Deutschland erhalten. Das Bundeskriminalamt (BKA) befürchte, dass die Kriminellen sensible Informationen aus Sicherheitsbehörden erlangen konnten, berichtete das Magazin unter Berufung auf ein vertrauliches BKA-Papier.

Betroffen waren demnach auch Gebäude, in denen Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) und eines mobilen Einsatzkommandos (MEK) untergebracht waren. Hier bestehe die Gefahr, dass Verbrecher "aus nächster Nähe polizeitaktisches Vorgehen beobachten", warnte das BKA dem Bericht zufolge in der Analyse. Um welche Polizeigebäude es sich handelte, geht laut "Spiegel" aus dem Dokument nicht hervor.

Der BKA-Bericht wurde demnach vor wenigen Wochen fertiggestellt. Unter Beteiligung mehrerer Landeskriminalämter, des Bundesnachrichtendiensts, Verfassungsschutzes, Zolls und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge analysierte das BKA über ein Jahr lang Machenschaften der nordkaukasischen organisierten Kriminalität in Deutschland.

Insbesondere Straftäter aus Tschetschenien sind dem Bericht zufolge in einigen Regionen auf dem Vormarsch und verdrängen mit großer Brutalität zunehmend andere Gruppen aus kriminellen Geschäftsfeldern wie Drogenhandel, Diebstahl oder Erpressung.

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Quelle: n-tv.de, vpe/AFP

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