Panorama

Polizeieinsatz in Wuppertal Mann attackiert Behördenmitarbeiterin mit Messer

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Einsatzkräfte der Polizei haben die Lage vor dem Haus der Integration unter Kontrolle gebracht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Wuppertaler Haus der Integration sticht ein junger Mann unvermittelt auf eine Mitarbeiterin ein. Kollegen können den mutmaßlichen Täter festhalten, bis die Polizei kommt. Die Frau wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Im Haus der Integration in Wuppertal ist eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde mit einem Messer schwer verletzt worden. Bei dem Einsatz sei man zunächst von einer Bedrohungssituation ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher. Vor Ort sei dann eine verletzte Person vorgefunden worden. Die Lage sei unter Kontrolle. Die Beamten hätten einen Tatverdächtigen festgenommen.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll der Täter ein 20 Jahre alter Syrer sein. Der Mann soll um 8.58 Uhr in das Gebäude im Stadtteil Elberfeld gekommen sein, im Eingangsbereich über den Empfangstresen gesprungen sein und unvermittelt auf die 25-jährige Mitarbeiterin mit einem Messer eingestochen haben. Kollegen hätten den mutmaßlichen Täter festgesetzt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Ein Motiv des mutmaßlichen Täters sei nicht bekannt, erklärte die Stadt und verwies dabei auf die laufenden Ermittlungen der Polizei.

Das Haus der Integration verbindet nach Angaben der Stadt Institutionen, die sich in Wuppertal um Zugewanderte und Geflüchtete kümmern. Nach Informationen der Polizei ist die Frau schwer verletzt, Lebensgefahr bestehe nicht. Rettungskräfte brachten sie ins Krankenhaus.

"So eine Brutalität; so ein feiges Attentat"

"Ich bin sehr betroffen von diesem schrecklichen Angriff", erklärte Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind von den Grünen und wünschte der Verletzten alles Gute für ihren Genesungsprozess. "Mein großer Dank und Respekt gelten den Kollegen, die mutig und ohne Rücksicht auf eine mögliche eigene Gefährdung eingegriffen und den Täter überwältigt haben. Wir werden jetzt alles tun, damit alle Kolleginnen und Kollegen im Haus der Integration auch langfristig die bestmögliche Unterstützung erhalten", erklärte der Oberbürgermeister.

Wie der Focus berichtet, zeigte sich Sozialdezernent Stefan Kühn bestürzt: "Es ist ein schrecklicher Tag für Wuppertal", sagte er auf einer Pressekonferenz des Oberbürgermeisters. Für die Kollegen in Jobcenter und Ausländeramt sei der Angriff ein Schock gewesen. "So eine Brutalität; so ein feiges Attentat."

Das Haus der Integration wurde laut der Stadt zunächst geschlossen. Dort werde auch am Freitag der normale Dienstbetrieb nicht wieder aufgenommen. Mitarbeiter des Rettungsdienstes leisteten psychologische Unterstützung für die Mitarbeiter.

Quelle: ntv.de, can/dpa

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