Panorama

"Querdenker"-Proteste in Berlin Mann kollabiert bei Corona-Demo - und stirbt

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Fast 600 Festnahmen gab es laut Polizei bei den Demos in Berlin.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Berlin versammeln sich Tausende Menschen, um gegen Corona-Maßnahmen und die Impfung zu protestieren. Plötzlich bricht ein Demonstrant zusammen. Zuvor klagt er über Kribbeln in Arm und Bein. Die Einsatzkräfte reagieren sofort. Doch nur wenig später stirbt der 48-Jährige im Krankenhaus.

Bei den "Querdenker"-Demonstrationen in Berlin ist ein Mann kollabiert und anschließend in einem Krankenhaus gestorben. Ein Sprecher der Polizei bestätigte, dass der 48-jährige Teilnehmer der Proteste gewesen sei. Der Mann habe im Zuge einer Identitätsfeststellung bei der Demonstration am Sonntagnachmittag über ein Kribbeln in Arm und Brust geklagt. Durch polizeiliche Einsatzkräfte seien sofort Erstmaßnahmen getroffen worden, bis sich ein alarmierter Rettungswagen unmittelbar der Versorgung angenommen habe. Der Mann sei in einem Krankenhaus gestorben. Der vorschriftsgemäßen Praxis folgend sei ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Trotz des Verbots mehrerer Demonstrationen auch aus der "Querdenker"-Szene waren in Berlin Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Dabei kam es am Sonntag mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei. Wie Polizeisprecher Thilo Cablitz dem RBB sagte, gab es fast 600 Festnahmen. Es seien um die 5000 Teilnehmer gewesen. Sie hätten stadtweit immer wieder versucht, sich zusammenzufinden.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte die "Querdenker"-Szene zuvor scharf angegriffen. "Wenn weltweit praktisch alle Fachleute sagen, Corona ist gefährlich und Impfen hilft, wer hat dann eigentlich das Recht zu sagen: Ich bin aber klüger? Das ist für mich ein nahezu unerträgliches Maß an Überheblichkeit", sagte Schäuble der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Bitte schauen Sie sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse an, lassen Sie sich nicht von billigen Parolen hinter die Fichte führen!", appellierte er.

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels war das Alter des Betroffenen mit 49 angegeben worden. Die Staatsanwaltschaft teilte am Montagabend mit, der Mann sei 48 Jahre alt gewesen.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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