Bis zuletzt Unschuld beteuertMann nach fast 50 Jahren im US-Todestrakt hingerichtet

Wieder einmal sterben in den USA zwei zum Tode verurteilte Männer durch die Giftspritze. Beide saßen schon lange im Gefängnis - und beide betonten bis zuletzt ihre Unschuld.
Fast 50 Jahre nach seiner Tat ist ein Mann im US-Bundesstaat Florida wegen Mordes hingerichtet worden. Die Todesstrafe gegen den 70-Jährigen sei am Donnerstagabend Ortszeit im Staatsgefängnis von Raiford per Giftspritze vollstreckt worden, erklärte die Justizbehörde von Florida. Mit fast einem halben Jahrhundert im Todestrakt gehöre er damit zu den Häftlingen, die in den USA am längsten auf den Urteilsvollzug gewartet hatten.
James Hitchcock war im Jahr 1977 wegen der Ermordung eines 13-jährigen Mädchens im Jahr 1976 zum Tode verurteilt worden. Er beteuerte bis zuletzt seine Unschuld.
Auch in Texas wurde am Donnerstag eine Hinrichtung vollstreckt. Der 37-jährige James Broadnax starb durch die Giftspritze. Er war verurteilt worden wegen eines Raubüberfalls und Mordes an zwei Musikproduzenten im Jahr 2008, wie die Justizbehörde von Texas mitteilte. In seinem letzten Statement erklärte Broadnax: "Egal, was Sie von mir denken, Texas irrt sich. Ich bin unschuldig."
In diesem Jahr wurden in den USA bereits zehn Menschen hingerichtet, sechs in Florida, drei in Texas, einer in Oklahoma. Im vergangenen Jahr waren in den USA 47 Menschen hingerichtet worden - die meisten seit 2009, als bei 52 Häftlingen die Todesstrafe vollstreckt wurde. Die meisten Hinrichtungen fanden in Florida statt.
Die in vielen Ländern geächtete Todesstrafe wird noch in 23 der 50 US-Bundesstaaten vollstreckt. US-Präsident Donald Trump ist ein Befürworter.