Panorama

Mehrere Kollegen vergiftet? Mann streute Bleiacetat aufs Pausenbrot

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Einem Kollegen war ein seltsames Pulver auf seinem Brot aufgefallen.

(Foto: imago/Westend61)

Zunächst sieht es so aus, als wolle ein 56-Jähriger nur einem Kollegen das Essen versalzen. Doch nun steht fest: Der Mann setzte hochgiftiges Bleiacetat ein. Damit sind nun mehr als 20 Todesfälle in seinem Umfeld höchst verdächtig.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen ist möglicherweise einem Serienmörder auf der Spur. Nach einem mutmaßlichen Mordversuch mit vergiftetem Pausenbrot in Ostwestfalen werden die Ermittlungen ausgeweitet. Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen jetzt rückwirkend 21 Todesfälle seit dem Jahr 2000.

Dabei geht es um Mitarbeiter einer Firma in Schloß Holte-Stukenbrock, die vor Eintritt in den Ruhestand starben, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Auffallend oft starben die Betroffenen demnach an Herzinfarkten und Krebserkrankungen. Solche Erkrankungen können nach Einschätzung von Sachverständigen durch eine Schwermetallvergiftung hervorgerufen werden.

Seit Mai 2018 sitzt ein 56-jähriger Mitarbeiter der Firma in Untersuchungshaft. Er soll versucht haben, mit einem toxischen Pulver auf der Brotzeit seinen Kollegen umzubringen. Der Tatverdächtige war durch Videoaufzeichnungen überführt worden, nachdem einem Kollegen ein verdächtiges Pulver auf dem Belag seines Brotes aufgefallen war. Zuerst sei man von einem schlechten Scherz unter Kollegen ausgegangen, nicht von einem Mordversuch. Bei seiner Festnahme trug der Mann den Angaben zufolge eine kleine Flasche mit einer pulvrigen Substanz bei sich.

Motiv liegt im Dunkeln

Zu den Vorwürfen schweigt der Mann, das Motiv ist offen. Nach Angaben von Personalchef Tilo Blechinger war der Mann 38 Jahre lang im Unternehmen.  Er sei ein "auffällig unauffälliger" Mitarbeiter gewesen. In der Wohnung des Mannes in Bielefeld fanden die Ermittler laut Mitteilung Stoffe, aus denen giftige Substanzen hergestellt werden können. Darunter sind Quecksilber, Blei und Cadmium.

Nach einem vorläufigen Gutachten des Landeskriminalamtes soll der Verdächtige giftiges Bleiacetat auf das Brot gestreut haben. Die Menge sei dazu geeignet gewesen, schwere Organschäden auszulösen. Der "Bild"-Zeitung zufolge liegt ein Mitarbeiter mit einer Quecksilbervergiftung seit einiger Zeit im Koma. Ein weiterer Patient befinde sich wegen einer Vergiftung in Dialyse-Behandlung, berichtete das "Westfalen-Blatt" nach der Festnahme im Mai.

Quelle: n-tv.de, sba/AFP

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