Panorama

"Mann tötet nicht aus Liebe"Zehntausende bei Demo zum Internationalen Frauentag in Berlin

08.03.2026, 18:13 Uhr
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08-03-2026-Berlin-Der-Zug-der-Gewerkschafts-Demonstration-unter-dem-Motto-feministisch-solidarisch-gewerkschaftlich-anlaesslich-des-Internationalen-Frauentags-zieht-Richtung-Rotes-Rathaus-Am-Internationalen-Frauentag-finden-zahlreiche-Demonstrationen-in-Berlin-statt
Der Zug der Gewerkschafts-Demonstration unter dem Motto "feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich" anlässlich des Internationalen Frauentags zieht Richtung Rotes Rathaus. Am Internationalen Frauentag finden zahlreiche Demonstrationen in Berlin statt. (Foto: dpa)

Erwartet sind bei einer Demo zum 8. März in Berlin rund 10.000, es kommen allerdings um die 30.000. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fordern Gleichberechtigung und stellen sich gegen Benachteiligung. Auch das Recht auf Teilzeit spielt eine Rolle.

Tausende von Menschen haben am Internationalen Frauentag, oft auch feminister Kampftag genannt, in Berlin für die Gleichberechtigung von Frauen demonstriert. Bereits am späten Vormittag wurde es bei einer Kundgebung in Berlin-Kreuzberg eng - aufgerufen dazu hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Verbänden und Initiativen, Frauenzentren hatten sich angeschlossen.

Nach Einschätzung der Berliner Polizei lag die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei 27.000. Die Veranstalter sprachen von 30.000 Menschen - es waren in jedem Fall deutlich mehr als die 10.000, die sie zunächst angemeldet hatten. Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen, sagte eine Polizeisprecherin.

"Gleichberechtigung ist keine Raketenwissenschaft", war auf einem Plakat zu lesen, "Mann tötet nicht aus Liebe" auf einem anderen. Rednerinnen kritisierten, dass Gewalt gegen Frauen in Deutschland zum Alltag gehöre. Sie wandten auch sich gegen Benachteiligung von Frauen am Arbeitsplatz und gegen eine mögliche Wehrpflicht für Frauen.

Recht auf Teilzeit nicht antasten

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in Nahost war auf zum Teil selbstgemalten Plakaten auch die Forderung nach "Solidarität mit dem Widerstand im Iran" zu lesen. Die Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Berlin-Brandenburg, Katja Karger, warf der Bundesregierung einen Angriff auf den Sozialstaat vor. Sie forderte, Frauen besser vor sexueller Gewalt am Arbeitsplatz zu schützen, das Recht auf Teilzeit nicht einzuschränken und am 8-Stunden-Tag festzuhalten. Wer dessen Abschaffung wolle, habe keine Ahnung von der Arbeitswelt.

Auch in Hamburg haben sich mehrere Tausend Menschen zu einer Demonstration versammelt. Die mehrheitlich weiblichen Teilnehmer zogen von den St.-Pauli-Landungsbrücken in Richtung Altona-Altstadt. Die Polizei konnte zunächst keine Teilnehmerzahl nennen.

Auf Transparenten hieß es: "Wir sind die Töchter der Hexen, die ihr nicht verbrennen konntet", "Sperrt die Männer weg!" oder "No men, no problem". Über dem Demonstrationszug waren auch Fahnen linker und kommunistischer Gruppen zu sehen. Einige Teilnehmerinnen zündeten Feuerwerkskörper mit farbigem Rauch an.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

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