Panorama

Polizei löst Silvesterpartys auf Mann verliert Hand durch illegalen Böller

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In Brandenburg verlor ein Mann seine Hand durch einen illegalen Böller.

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Silvesternacht verläuft in Deutschland und Europa im Vergleich zu den Vorjahren relativ ruhig. Trotzdem müssen Feuerwehr, Polizei und Notärzte in der Nacht zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Ein Überblick:

In Essen sind Einsatzkräfte in der Silvesternacht aus einer Gruppe Jugendlicher heraus mit Feuerwerkskörpern beworfen worden. Die rund 30 jungen Männer hätten zunächst Mülltonnen in Brand gesetzt, sagte ein Polizeisprecher. Als die Feuerwehr anrückte, wurden die Einsatzkräfte massiv mit Böllern beworfen. Polizeibeamte, die als Verstärkung gerufen wurden, bekamen ebenfalls Feuerwerkskörper ab. Einen 16-Jährigen nahmen die Beamten schließlich fest. Verletzt wurde keiner der Einsatzkräfte.

Ein 63-Jähriger verlor in Brandenburg eine Hand. Der Mann habe mit einem illegalen Böller hantiert, sagte eine Polizeisprecherin. Dabei entzündete sich die Hand, die dann abgetrennt wurde. Der Mann kam ins Krankenhaus. Pyrotechnik durfte auch in Brandenburg nicht verkauft werden, die Landesregierung riet dringend davon ab, Feuerwerk zu zünden. Potsdam und Cottbus hatten für Silvester und Neujahr ein Böllerverbot auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen verhängt.

Bei einem weiteren Unfall mit Pyrotechnik in Brandenburg kam ein 24-jähriger Mann ums Leben. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde in Rietz-Neuendorf bei Frankfurt (Oder) um kurz nach Mitternacht selbst gebaute Pyrotechnik gezündet. Es habe sich um nicht käuflich zu erwerbende Feuerwerkskörper gehandelt. Details zum genauen Unfallablauf sind bislang unklar. Das Opfer soll sich mit einer Gruppe auf einem unbebauten Privatgrundstück aufgehalten haben. Weitere Verletzte habe es nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Ein Entschärfer-Team der Polizei stellte nicht gezündete Pyrotechnik sicher.

In Schmalkalden wurde ein 24 Jahre alter Mann durch einen zu früh explodierenden Böller schwer verletzt. Wie die Polizei in Thüringen mitteilte, hatte der Mann den Böller selbst gezündet. Er habe schwere Verletzungen im Gesicht erlitten. Zu befürchten sei, dass der Mann infolge des Unfalls erblinde. Er wurde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

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Einsatzkräfte halfen dem Autofahrer, der in den Kö-Graben gefahren war und sich auf das Dach seines Wagens retten konnte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Autofahrer fuhr am Silvestertag in Düsseldorf in den Kö-Graben. Er rettete sich durch das Schiebedach auf sein Auto und wartete dort auf Hilfe, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte. Laut Angaben eines Reporters vor Ort war der Wagen zuvor durch den Zaun gekracht und in dem Graben, der die Königsallee in zwei Seiten teilt, gelandet. Der Fahrer kletterte aus eigener Kraft anschließend auf das Autodach und wurde von Einsatzkräften mit einem Schlauchboot gerettet. Mithilfe eines Krans konnte das Fahrzeug aus dem Wasser gehoben und an das Ufer gebracht werden.

Treffen auf offener Straße trotz Ausgangsbeschränkungen und Feiern mit vielen Haushalten: In der Oberpfalz löste die Polizei in der Silvesternacht mehrere Neujahrspartys auf. Bis Mitternacht kam es zu rund 30 Einsätzen aufgrund möglicher Verstöße gegen die Infektionsschutzmaßnahmen, wie die Polizei mitteilte. Man sei durch Ruhestörungsbeschwerden auf die Feiern aufmerksamen geworden und habe diese aufgelöst. Auch ein Böllerwurf führte die Beamten demnach zu einer Party. Verstöße gegen Kontaktbeschränkungen wurden ebenso angezeigt wie Missachtung der Ausgangsbeschränkungen. Nach 21 Uhr durften die Menschen in Bayern nur mit "triftigem Grund" das Haus verlassen.

Sie hatten trotz Corona-Beschränkungen auf ein gemeinsames Silvester gehofft - am Ende wurde das nächtliche Treffen in einem Wald bei Hagen von der Polizei beendet. "Uns wurde am Abend eine größere Gruppe von Personen in einem Wald gemeldet", sagte eine Polizeisprecherin in der Nacht. In einem Zelt sahen die Beamten dann zwei Menschen - zwei weitere seien in den Wald geflüchtet. Im öffentlichen Raum dürfen sich in Nordrhein-Westfalen nur fünf Personen aus höchstens zwei Haushalten gemeinsam aufhalten. "Das war in diesem Fall wohl nicht der Fall", hieß es.

Handchirurgen des Unfallkrankenhauses Berlin mussten nach eigenen Angaben während des Jahreswechsels zehn von Sprengkörpern verletzte Menschen notoperieren. Bei zwei Patienten hätten Teile der Hände amputiert werden müssen, sagte eine Sprecherin der Klinik. Bei den anderen Fällen handele es sich unter anderem um Brandverletzungen, Fleischwunden oder Knochenbrüche an der Hand. Insgesamt sei die Silvesternacht im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich ruhiger verlaufen, was Sprengkörperverletzungen angehe, sagte die Sprecherin: "Es war keine typische Silvesternacht."

In der Hauptstadt brannte ein Supermarkt nieder. Die rund 800 Quadratmeter große Fläche des Gebäudes im Ortsteil Buckow im Bezirk Neukölln sei vollständig in Flammen aufgegangen, das Dach eingestürzt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Nach seinen Worten waren offenbar im hinteren Bereich des Markts Feuerwerkskörper gelagert worden, die explodierten und während der Löscharbeiten durch die Gegend flogen. Die rund 110 Einsatzkräfte hätten deshalb auf ihren eigenen Schutz achten müssen. Verletzt worden sei aber niemand. Nach Angaben des Sprechers war die Feuerwehr zunächst wegen brennender Müllcontainer in der Ladezone alarmiert worden. Als Einsatzkräfte am Supermarkt eintrafen, hätten sich die Flammen bereits auf das Dach ausgebreitet. Schnell habe auch der Innenraum gebrannt. Die Feuerwehr habe den Brand demnach nur von außen löschen können.

In Leipzig sind in der Nacht mehrere Bundeswehrfahrzeuge abgebrannt. Die Jeeps seien auf dem Gelände eines Autohandels abgestellt gewesen, sagte Polizeisprecher Olaf Hoppe. Sieben von zehn Fahrzeugen hätten in Flammen gestanden. Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen von Brandstiftung aus.

Quelle: ntv.de, jpe/fzö/dpa