Panorama

Lauterbach ist empört Mannheim deckelt Konzert auf 999 Besucher

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Lauterbach machte via Twitter auf den Vorgang in Mannheim aufmerksam.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei einigen Großveranstaltungen in Deutschland wird die Besucherzahl offenbar absichtlich knapp unter die beschlossenen Grenzen gedrückt. Die Konzerte und Theatervorstellung müssen so nicht abgesagt werden. Das sorgt für Kritik.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat Versuche kritisiert, Kulturveranstaltungen mit einer Deckelung der Besucherzahlen auf unter 1000 über die Bühne zu bringen. "Die Großveranstaltungen sollen abgesagt werden, nicht auf 1000 beschränkt. Wenn das Schule macht muss die Grenze deutlich reduziert werden. Verantwortungsloser Vorgang", twitterte Lauterbach über eine Veranstaltung in Mannheim.

Dort hatte die Musikalische Akademie Mannheim die Besucherzahl für ihr Akademiekonzert auf 999 gedeckelt - in Absprache mit der Stadt. Mitarbeiter sollten die Besucher am Dienstagabend am Haupteingang zählen und bei Erreichen der Höchstzahl den Saal schließen, hatte die Akademie mitgeteilt. So war sie schon bei einem Konzert am Vorabend verfahren.

"Die Beschränkung auf 999 Besucher ist für ein solches Konzert natürlich blanker Unsinn", schrieb Lauterbach. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sind Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen vielerorts verboten worden.

Auch das Hamburger "Mehr!Theater" will seine Zuschauerzahlen begrenzen. Man wolle sicherstellen, nicht vor mehr als 1000 Gästen zu spielen, sagte Julia Reichel, Sprecherin des Theaters am Hamburger Großmarkt. In dem Theater wird seit Anfang Februar die deutschsprachige Version des zweiteiligen Theaterstücks "Harry Potter und das verwunschene Kind" von J.K. Rowling aufgeführt. In den großen Saal des Theaters passen nach Angaben der Sprecherin normalerweise 1670 Zuschauer.

Das Deutsche Nationaltheater Weimar führt nur noch Veranstaltungen mit einer maximalen Besucherzahl von 500 Personen durch. Das Theater reagiert damit auf eine heute in Kraft getretene Verfügung der Stadt Weimar. "Alle Vorstellungen und Konzerte im Großen Haus finden mit dieser Maßgabe bis auf Weiteres wie geplant statt", hieß es. Einige Vorstellungen seien aufgrund der Beschränkung nunmehr ausverkauft.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa