Panorama

Corona-Ausbruch in Niederbayern Massentest bestätigt 174 infizierte Erntehelfer

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Corona-Testmobil, hier in Rehau im Norden Bayerns.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Freistaat Bayern zeichnet sich ein neuer Virus-Brennpunkt ab: In einem Agrarbetrieb in einer kleinen Landgemeinde stecken sich zahlreiche Arbeiter an. Energische Gegenmaßnahmen sollen den Ausbruch eindämmen. Der gesamte Betrieb steht unter Quarantäne.

Die Behörden in Bayern haben erste Berichte über einen größeren Coronavirus-Ausbruch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Landkreis Dingolfing-Landau bestätigt. Nach einer Reihentestung wurde der Erreger Sars-CoV-2 dort neben den bereits bekannten sieben Fällen bei 167 weiteren Erntehelfern nachgewiesen, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Betroffen ist ein Betrieb in der Gemeinde Mamming an der Isar. Die Region liegt in Niederbayern rund 100 Kilometer nordöstlich von München.

"Der gesamte Betrieb steht unter Quarantäne", hieß es. Betroffen von der Anordnung sind demnach auch alle negativ getesteten Kontaktpersonen vor Ort. "Alle 480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Betriebsleitung" dürften das Betriebsgelände vorerst nicht mehr verlassen. Ein Sicherheitsdienst überwacht die strikte Einhaltung der Quarantäne.

"Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, müssen wir zum Schutz der Bevölkerung leider diesen Schritt gehen", erklärte Landrat Werner Bumeder. Er bat die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren. Etwaige Lockdown-Maßnahmen sind in der Region offenbar nicht in Sicht. "Nach unseren Informationen handelt es sich um einen in sich geschlossenen Personenkreis."

*Datenschutz

Das Landratsamt stehe mit allen involvierten Fachstellen in Kontakt mit der Regierung und dem zuständigen Ministerium. "Wir haben alle notwendigen Maßnahmen in enger Abstimmung geplant und sofort umgesetzt", sagt Bumeder. Der Landkreis Dingolfing-Landau sei auf derartige Situationen vorbereitet und könne deshalb rasch und effektiv reagieren.

Nach ersten Hinweisen auf den lokalen Ausbruch hatten die Behörden noch am Freitag eine Überprüfung der gesamten Belegschaft angeordnet. Mobile Teams des Gesundheitsamts rückten vor dem Wochenende an, um alle Kontaktpersonen unmittelbar auf dem Betriebsgelände zu testen. Die kurzfristig angesetzte Maßnahme konnte demnach "binnen weniger Stunden" abgeschlossen werden.

Die Betriebsleitung reagiere "sehr kooperativ" und unterstütze die notwendigen Maßnahmen "vollumfänglich", hieß es. Die Erntearbeiten könnten unter strengen Hygieneauflagen fortgesetzt werden. Einem Bericht des "Bayerischen Rundfunks" zufolge werden auf dem betroffenen Hof vor allem Gurken angebaut.

In den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zum aktuellen Fallaufkommen in den deutschen Regionen taucht der Landkreis Dingolfing-Landau bereits mit einer erhöhten Sieben-Tage-Inzidenz auf. Aktuell verzeichnet das RKI hier (Stand: Sonntag, 26. Juli) bereits ein siebentägiges Fallaufkommen von 19,7 Fällen der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohnern, allerdings dürften längst noch nicht alle Neuinfektionen in diesen Zahlen enthalten sein.

*Datenschutz

Die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Obergrenze, ab der eine Verschärfung der Corona-Auflagen mit Maßnahmen wie Schulschließungen und Reisebeschränkungen im Raum steht, liegt bei 50 Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohnern. Da der betroffene Landkreis insgesamt nur etwas weniger als 100.000 Einwohner zählt, dürfte die Region die kritische Marke bald auch in den RKI-Daten überschreiten - falls alle positiv getesteten Personen dort auch mit ihrem Wohnsitz gemeldet sind. Bayerns Gesundheitsministerin Huml kündigt nun weitere Reihentestungen an,

Quelle: ntv.de, mmo/dpa/AFP