Mauer von Stausee gebrochenTote und Tausende Obdachlose bei Flut in Russland

Im Südosten Russlands regnet es sehr stark. Es kommt so viel Wasser von oben, dass ein Stausee nachgibt. Eine Flutwalze bahnt sich ihren Weg durch die Region. Dabei werden Tausende Häuser zerstört, für manche Bewohner Dagestans kommt jede Hilfe zu spät.
Schwere Regenfälle haben in der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus eine beispiellose Flutkatastrophe ausgelöst. An einem Stausee in der Region Derbent brach eine Mauer. Die Behörden teilten mit, dass eine Frau und ihre Tochter von den Fluten mitgerissen und später tot aufgefunden worden sind. Mehr als 4000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, wie das russische Zivilschutzministerium mitteilte. Etwa 2000 Häuser seien überschwemmt worden. Es gebe Vermisste. Die Region am Kaspischen Meer ist auch bei Touristen beliebt.
Überschwemmungen gab es auch in der Hauptstadt Machatschkala - das örtliche Nachrichtenportal "Golos Dagestana" (auf Deutsch: Die Stimme Dagestans) berichtete, dass dort Wohnhäuser einsturzgefährdet seien. Auf Videos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie ganze Gebäude in den Fluten versanken. Auch eine Brücke auf der Trasse "Kawkas", die von strategischer Bedeutung für die Region ist, stürzte demnach ein.
Zur Überwachung der Lage seien Hubschrauber im Einsatz, hieß es. Die Behörden richteten Notunterkünfte ein. "Laut Vorhersage wird es in der Region weiterhin regnen; in einigen Gebieten sind Regengüsse und Windböen von bis zu 20 Meter pro Sekunde zu erwarten", teilte das Ministerium mit. 20 Meter pro Sekunde entspricht 72 Kilometern pro Stunde. "Es besteht weiterhin die Gefahr von Erdrutschen, Steinschlag und Schlammlawinen."
Heftige Regenfälle machen den Menschen im Nordkaukasus schon seit Ende März zu schaffen. Die Überflutung von Umspannwerken führte zu Stromausfällen in fast zwanzig Bezirken Dagestans. Die Behörden der Republik verhängten den Ausnahmezustand unter anderem in Machatschkala, Chassawjurt, Kaspijsk und in der Region Derbent.
Mehr als 3300 Menschen wurden bereits Ende März aus den überfluteten Gebieten in Sicherheit gebracht. Da war die Rede von 3500 überschwemmten Häusern. Die Behörden der Region gaben an, dass für Entschädigungen für den Verlust von Wohnraum und für die Grundsanierung der beschädigten Häuser mehr als vier Milliarden Rubel (umgerechnet rund 43 Millionen Euro) erforderlich seien. Inzwischen dürfte die Schadensumme deutlich höher liegen.