Panorama

Trump gibt China die Schuld Mehr als 200.000 Corona-Tote in den USA

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Jedes Fähnchen steht für einen toten US-Bürger. Top-Demokratin Nancy Pelosi bei einer Gedenkveranstaltung in Washington.

(Foto: AP)

Kein Land der Welt hat mehr Corona-Opfer zu beklagen als die USA. Mittlerweile sind mehr als 200.000 Bürger im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Während Trump-Herausforderer Biden von einem düsteren Tag spricht, holt der US-Präsident zu einer neuen Attacke gegen China aus.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mittlerweile mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das geht aus einer Zählung der "New York Times" hervor. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele bekannte Corona-Tote. Seit Beginn der Pandemie traten in den USA demnach mehr als 6,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 auf.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden sprach von einem düsteren Tag. "Während andere Länder rund um die Uhr gearbeitet haben, um dieses Virus unter Kontrolle zu bringen, war unser Präsident mit twittern und golfen zu beschäftigt", twitterte Biden. Er und Trump treten bei der Wahl am 3. November gegeneinander an.

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, hatte der Trump-Regierung in einer Mitteilung am Montag mit Blick auf die hohen Toten- und Infektionszahlen schwere Vorwürfe gemacht. Sie habe die Gefahr durch das Virus nicht nur heruntergespielt, sondern Wissenschaftlern auch einen Maulkorb angelegt, erklärte Pelosi. Zudem seien Warnungen vor einer raschen Rückkehr in die Schulen und an Arbeitsplätze "begraben" worden.

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Trump sieht die Hauptverantwortung für die Schwere der Pandemie dagegen bei China, wo das Virus das erste Mal nachgewiesen wurde. In einer ausgestrahlten Videobotschaft im Rahmen der Generaldebatte der Vereinten Nationen sagte er: "Wir müssen die Nation zur Rechenschaft ziehen, die diese Seuche auf die Welt losgelassen hat - China". Zudem kündigte er an: "Wir werden einen Impfstoff verteilen, wir werden das Virus besiegen, wir werden die Pandemie beenden, und wir werden in eine neue Ära von beispiellosem Wohlstand, Zusammenarbeit und Frieden eintreten."

Abstimmung über den Kampf gegen die Pandemie

Trump lobt immer wieder die Anstrengungen seiner Regierung, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Seine Gegner werfen ihm vor, kaum Mitgefühl für die Opfer erkennen zu lassen. Die Totenzahl in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. Relativ zur Einwohnerzahl hingegen ist die Zahl der Opfer unter anderem in Peru, Belgien und Spanien höher als in den Vereinigten Staaten. Am Montag gab die "New York Times" die Zahl der Neuinfektionen in den USA mit über 54.000 an. Experten zufolge müsste diese Zahl unter 10.000 fallen, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.

Die Präsidentenwahl dürfte angesichts der verheerenden Bilanz auch zur Abstimmung über den Kampf gegen die Pandemie werden. Mehrere Umfragen zeigen, dass die meisten Wähler dem früheren Vizepräsidenten Biden eher als Trump zutrauen, die Situation unter Kontrolle zu kriegen. Biden liegt auch in landesweiten Umfragen seit Monaten vor Trump. Bis zum Wahltag kann sich aber noch vieles ändern - und landesweite Umfragen sind wegen des komplexen Wahlsystems nur begrenzt aussagekräftig.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa