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Mittwoch, 11. April 2018

Militärmaschine verunglückt: Mehr als 250 Tote bei Absturz nahe Algier

Ein schweres Flugzeugunglück erschüttert Algerien: Nach dem Start von einer Luftwaffenbasis geht eine Transportmaschine des Militärs in Flammen auf. Rettungskräften bietet sich ein Bild des Grauens - an Bord soll sich eine große Zahl an Menschen befunden haben.

Algerien trauert um Hunderte Tote: Nahe der Hauptstadt Algier ist ein Transportflugzeug der algerischen Streitkräfte abgestürzt. Bei dem Unglück kamen 257 Menschen ums Leben, wie das Verteidigungsministerium in der algerischen Hauptstadt bestätigte. Unter den Toten seien zehn Besatzungsmitglieder und 247 Passagiere - mehrheitlich Militärs und ihre Familienangehörigen -, teilte das Ministerium mit.

Militärbasis nahe der Hauptstadt Algier: Der Luftwaffenstützpunkt Boufarik liegt im Hinterland der algerischen Mittelmeerküste.
Militärbasis nahe der Hauptstadt Algier: Der Luftwaffenstützpunkt Boufarik liegt im Hinterland der algerischen Mittelmeerküste.(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Bei dem Absturz handele es sich um das schlimmste Flugzeugunglück in der Geschichte des nordafrikanischen Landes, berichtete der regierungsnahe TV-Sender "Ennahar". Die Maschine sei kurz nach dem Start verunglückt, hieß es. Auf ersten Aufnahmen von der Unglücksstelle waren ausgebrannte Wrackteile zu erkennen. Das algerische Fernsehen zeigte Bilder von aufgereihten Leichen auf einer Wiese nahe der Unglücksstelle. Ob es Überlebende gibt, ist noch unklar.

Familien unter den Opfern

Dass die Behörden eine hohe Zahl an Todesopfern befürchten, hatte sich bereits kurz nach dem Absturz abgezeichnet: Während in Militärkreisen zunächst nur von "rund 100 Soldaten" an Bord der Unglücksmaschine die Rede war, kursierten in den sozialen Medien schnell auch Gerüchte, denen zufolge sehr viel Personen das Flugzeug bestiegen hatten.

Vierstrahliger Militärfrachter: Bei Boufarik soll eine Maschine des Typs Iljuschin Il-76 (Archivbild) abgestürzt sein.
Vierstrahliger Militärfrachter: Bei Boufarik soll eine Maschine des Typs Iljuschin Il-76 (Archivbild) abgestürzt sein.

Die Unglücksstelle liege im Norden des Landes in der Provinz Blida rund 25 Kilometer südwestlich von Algier, berichtete "Ennahar Online". Die Unglücksmaschine war offenbar von der Luftwaffenbasis Boufarik aus gestartet. Ziel des Fluges war die westalgerische Provinzhauptstadt Tindouf an der Grenze zu Marokko und Westsahara.

Am Militärstützpunkt Boufarik sind Einheiten des strategischen Lufttransports der algerischen Streitkräfte stationiert. Die Basis liegt in unmittelbarer Nachbarschaft dicht besiedelter Gebiete. Die Region am Nordhang des Atlas-Gebirges wird zudem auch landwirtschaftlich intensiv genutzt. Ob Personen am Boden bei dem Absturz ums Leben kamen, blieb zunächst offen.

Bei der Unglücksmaschine handelt es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen um einen Militärtransporter vom Typ Iljuschin Il-76, der bei der algerischen Luftwaffe auch für Passagiertransporte zum Einsatz kommt. Der vierstrahlige Hochdecker sowjetrussischer Bauart gilt eigentlich als sehr zuverlässig

Aufgrund der robusten Bauweise können Piloten mit der Il-76 auch unbefestigte Pisten anfliegen. Flugzeuge dieses Typs kommen daher seit Jahrzehnten auch unter extremen Bedingungen wie etwa in Sibirien oder in der Antarktis zum Einsatz. Im regulären Betrieb finden im Frachtraum bis zu 140 Passagiere Platz. Geflogen wird die Maschine üblicherweise von einer siebenköpfigen Besatzung.

Augenzeugen zufolge geriet der bis zu 170 Tonnen schwere Transporter kurz nach dem Start in Schwierigkeiten und ging nach einer Bruchlandung in einem Feld in Flammen auf. Aufnahmen vom Unglücksort zeigten eine dichte Qualmwolke und ein hinter Bäumen aufragendes Wrackteil. Teile des Rumpfs blieben offenbar intakt. Der genaue Hergang des Unglücks liegt noch vollkommen im Dunkeln.

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Quelle: n-tv.de