Panorama

Maas offen für Mundschutzpflicht Mehr als 62.000 Corona-Fälle in Deutschland

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Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist den vierten Tag in Folge leicht zurückgegangen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Coronavirus verbreitet sich weiterhin in Deutschland. Während sich Außenminister Maas gegenüber einer Mundschutzpflicht offen zeigt, sind Experten wegen der vielen Todesfälle in Seniorenheimen besorgt.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland nach einer Berechnung von ntv.de auf mehr als 62.500 gestiegen. Demnach sind bis zum Abend 557 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 5600 Personen gelten als genesen. Das sind rund 3900 Infizierte und 102 Tote mehr, als noch am Sonntagabend. Damit geht die Zahl der Neuinfektionen den vierten Tag in Folge leicht zurück. Meldeten die Behörden von Mittwoch zu Donnerstag noch 5900 neue Fälle, waren es von Samstag zu Sonntag nur noch 4400.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen zeigt sich Bundesaußenminister Heiko Maas offen für eine Mundschutzpflicht, etwa beim Einkaufen. "Wenn es Sinn macht, sollte man so etwas nicht ausschließen", sagte er in einem "Bild"-Interview. Es müsse dann aber auch sichergestellt sein, dass die Masken geeignet sind, einen selbst oder andere zu schützen. "Es nützt nichts, sich irgendetwas ins Gesicht zu hängen, was überhaupt keine Schutzwirkung entfaltet."

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte zuvor eine Mundschutzpflicht beim Einkaufen angekündigt. Die Supermärkte würden voraussichtlich ab Mittwoch mit der Verteilung von Masken an den Eingängen beginnen. Wie Maas zeigten sich auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen und SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach offen für eine Mundschutzpflicht in Deutschland.

Große Sorgen bereitet Experten derzeit die Häufung von Coronavirus-Infektionen in Pflegeheimen. Diese markieren aus Sicht des Virologen Christian Drosten eine neue Phase, die auch mit mehr Todesfällen einhergeht. Bisher habe Deutschland auch ein bisschen Glück gehabt, sagte Drosten im NDR-Podcast. Infiziert hätten sich zunächst vor allem jüngere Leute im Urlaub und die Krankheit in ihren etwa gleichaltrigen Netzwerken verbreitet.

In einem Alten- und Pflegeheim in Wolfsburg sind bereits 17 infizierte Menschen gestorben, in einem Heim in Würzburg waren es am Abend 16. Niedersachsen hat mittlerweile ein Aufnahmestopp für Pflegeheime im gesamten Bundesland angeordnet.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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