Politik

Infektionsherd Supermarkt Österreich beschließt Schutzmasken-Pflicht

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Der Mund- und Nasenschutz beim Einkaufen soll andere Schutzmaßnahmen ausdrücklich nicht ersetzen.

(Foto: dpa)

Schon jetzt gilt in Österreich eine weitgehende Ausgangsbeschränkung - nun geht Kanzler Kurz noch einen Schritt weiter. Beim Einkaufen sollen die Menschen künftig verpflichtend einen Mund- und Nasenschutz tragen. Nicht auszuschließen ist, dass die Tragepflicht noch ausgeweitet wird.

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie müssen die Menschen in Österreich künftig eine Schutzmaske beim Einkaufen tragen. Das teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz bei einer Pressekonferenz in Wien mit. Ab Mittwoch werden alle Supermarktketten am Eingang Masken verteilen, die dann verpflichtend getragen werden müssen. Mittelfristig soll dieser Mund- und Nasenschutz überall dort getragen werden, wo man an Menschen vorbeigeht.

*Datenschutz

"Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass diese Masken einen schützen", sagte Kurz. "Aber es kommt dadurch nicht so schnell zu einer Übertragung durch die Luft." Die Masken seien kein Ersatz für andere Schutzmaßnahmen - etwa das Abstandhalten. Österreich verzeichnet inzwischen mehr als 8600 Corona-Infektionen. Bisher sind 86 Menschen an den Folgen gestorben. "Der Replikationsfaktor muss unter eins sinken und langfristig gegen null gehen", erklärte Kurz. Derzeit liegt die tägliche Zuwachsrate zuletzt bei knapp unter zehn Prozent.

In der Alpenrepublik gilt seit zwei Wochen eine weitgehende Ausgangsbeschränkung. Die bis 13. April geltenden Maßnahmen sollen im Lauf der Woche überprüft werden. Am Sonntag hatte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in der "Kronen Zeitung" noch angedeutet, dass eine erste Lockerung der Regelung bei der Wiedereröffnung der Parks in Wien denkbar sei. Bei Kurz hörte sich das nun etwas anders an. "Ich habe damals gesagt, wir stehen am Beginn eines Marathons - das gilt nach wie vor", sagte der ÖVP-Politiker.

Auf die Frage, ob er auch in Bayern eine Schutzmasken-Pflicht wie in Österreich für möglich halte, sagte CSU-Ministerpräsident Markus Söder in München, eine solche Maßnahme sei zwar derzeit nicht geplant, aber "uns beschäftigt der Gedanke auch". Er habe darüber bereits mit seinem baden-württembergischen Kollegen Winfried Kretschmann (Grüne) gesprochen, sagte Söder. "Österreich ist uns einige Zeit voraus."

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts