Panorama

Viele fahren ohne SchutzMehrheit der Deutschen will Helmpflicht auf dem Fahrrad

03.06.2026, 06:03 Uhr
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Die Gründe dafür, warum viele Fahrradfahrer keinen Helm tragen, sind vielfältig.

Zweifellos schützt ein Fahrradhelm vor schweren Kopfverletzungen. Trotzdem trägt nur gut jeder dritte Radfahrer in Deutschland immer einen Helm. Eine Helmpflicht wünscht sich dagegen die Mehrheit der Deutschen.

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, setzt häufig auf die eigene Vorsicht statt auf einen Helm. Einer repräsentativen Forsa-Umfrage zum diesjährigen Weltfahrradtag zufolge trägt nur gut jeder dritte Radfahrer (36 Prozent) nach eigenen Angaben immer einen Fahrradhelm. Weitere 17 Prozent nutzen ihn meistens, 12 Prozent nur gelegentlich. Rund jeder Dritte (35 Prozent) verzichtet grundsätzlich auf einen Helm, wie die von RTL und ntv in Auftrag gegebene Umfrage zeigt.

Besonders groß ist die Zurückhaltung bei jüngeren Menschen. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen geben 46 Prozent an, beim Fahrradfahren nie einen Helm zu tragen. Bei den über 60-Jährigen liegt dieser Anteil dagegen nur bei 30 Prozent. Gleichzeitig tragen ältere Radfahrer deutlich häufiger konsequent einen Helm.

Trotz - oder gerade wegen der vergleichsweise geringen Helmquote - spricht sich die Mehrheit der Bevölkerung für strengere Regeln aus. 54 Prozent der Befragten befürworten eine allgemeine Helmpflicht für alle Fahrradfahrer. Weitere 12 Prozent wären zumindest für eine Pflicht bei E-Bikes. Nur 28 Prozent lehnen eine Helmpflicht grundsätzlich ab. Wer selbst immer einen Helm trägt, unterstützt eine allgemeine Helmpflicht nahezu geschlossen. Unter denjenigen, die nie einen Helm tragen, lehnt dagegen eine Mehrheit eine entsprechende Vorschrift ab.

Gründe gegen Helm sind vielfältig

Auch regelmäßige Radfahrer stehen einer Helmpflicht skeptischer gegenüber als Menschen, die selten oder gar nicht Fahrrad fahren. Während unter denjenigen, die mindestens wöchentlichen Fahrrad fahren, 44 Prozent eine allgemeine Helmpflicht befürworten, liegt die Zustimmung unter Nicht-Radfahrern bei 70 Prozent.

Als häufigsten Grund (42 Prozent) gegen das Helmtragen nennen die Befragten kurze Fahrstrecken. Es folgen unbequeme Helme (23 Prozent), Vergesslichkeit (21 Prozent) sowie das Gefühl, durch den Helm eingeengt zu werden (18 Prozent). 17 Prozent halten einen Helm für entbehrlich, weil sie nach eigener Einschätzung vorsichtig genug fahren. 14 Prozent setzen ihn wegen der Ästhetik nicht auf.

Die Umfrage zeigt zugleich, dass das Sicherheitsbewusstsein zumindest teilweise wächst. 27 Prozent der Radfahrer geben an, heute häufiger einen Helm zu tragen als noch vor fünf Jahren. Nur fünf Prozent berichten von einer rückläufigen Helmnutzung. Bei zwei Dritteln hat sich das Verhalten nach eigener Aussage kaum verändert.

In Deutschland gibt es keine Helmpflicht. Experten wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ADFC hatten sich in der Vergangenheit dagegen ausgesprochen. Für bestimmte E-Bikes und Pedelecs ist ein Helm aber vorgeschrieben: Allerdings nur, wenn die motorunterstützten Räder schneller als 25 Stundenkilometer fahren.

Für die Umfrage befragte Forsa zwischen dem 29. Mai und dem 1. Juni 1003 Menschen in Deutschland im Auftrag von RTL Deutschland. Fehlertoleranz: Drei Prozentpunkte.

Quelle: ntv.de, vmi

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