Panorama

Gewalt in Lateinamerika Mehrheit hat Angst in Mexikos Städten

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Mehr als drei Viertel der Mexikaner fühlen sich in mexikanischen Städten nicht sicher.

(Foto: REUTERS)

29.000 Menschen wurden im letzten Jahr in Mexiko getötet. Das enorme Ausmaß der Gewalt beschäftigt die Menschen: Mehr als 75 Prozent der Mexikaner halten ihre Städte für unsicher. Besonders die Zahlen aus Mexiko-Stadt erschrecken.

Gut drei Viertel der Mexikaner über 18 Jahren empfinden das Leben in Städten ihres Landes einer Umfrage zufolge als nicht sicher. Am unsichersten fühlen sich die Befragten bei der Benutzung von Geldautomaten, im öffentlichen Nahverkehr, in Banken und wenn sie zu Fuß in den Straßen unterwegs sind, wie eine Befragung der mexikanischen Statistikbehörde ergab. Das Angst-Gefühl betraf demnach etwas mehr Frauen (79,6 Prozent) als Männer (71,3 Prozent).

Die Städte mit dem höchsten Gefühl an Unsicherheit in dem lateinamerikanischen Staat waren Reynosa an der Grenze zu den USA, die Touristen-Hochburg Cancún sowie nördliche und östliche Stadtteile der Millionenmetropole Mexiko-Stadt. Dort gaben jeweils mehr als 90 Prozent der Befragten an, sich nicht sicher im öffentlichen Raum bewegen zu können. Zum Sicherheitsgefühl der Menschen in ländlichen Regionen machte die Umfrage keine Angaben.

Zum Vergleich: Bei einer Forsa-Umfrage im März gaben 58 Prozent der Deutschen ab 18 Jahren an, sich in ihrer Gemeinde oder Stadt sicher zu fühlen. 29 Prozent empfanden ihr Umfeld sogar als sehr sicher. Mexiko hat im vergangenen Jahr mit mehr als 29.000 Tötungsdelikten ein Hoch an Gewalt erlebt. Und auch im Jahr 2018 scheint keine Besserung in Sicht - allein im Mai wurden rund 2900 Tötungsdelikte registriert.

Quelle: ntv.de, agr/dpa