Panorama

Gericht setzt Verhandlung an Metzelder wegen Kinderpornografie angeklagt

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Bis zu einer möglichen rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

(Foto: imago/DeFodi)

Die Berichterstattung über die Vorwürfe gegen Christoph Metzelder wurde bereits im Herbst 2020 zugelassen, nun steht auch fest: Es gibt ein Verfahren gegen den früheren Fußball-Nationalspieler. Der 40-Jährige muss sich ab Ende April wegen des Vorwurfs der Kinderpornografie verantworten.

Das Amtsgericht Düsseldorf lässt die Klage der Staatsanwaltschaft gegen Ex-Fußballprofi Christoph Metzelder zu. Dieser muss sich damit in einem Hauptverfahren verantworten. Er ist wegen Kinderpornografie angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, in 29 Fällen einer anderen Person kinderpornografische Schriften verschafft und in einem Fall selbst besessen zu haben. Der Angeklagte trete den Vorwürfen entgegen, heißt es in einer Pressemitteilung des Amtsgerichts. Bis zu einer möglichen rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Das Verfahren gegen den 40-Jährigen soll am 29. April beginnen, bislang sind für den Prozess drei Verhandlungstermine bis Mitte Mai angesetzt.

Anfang Februar hatte das Oberverwaltungsgericht in Münster entschieden, dass das Amtsgericht im vergangenen Jahr nicht in Form einer ins Internet gestellten Pressemitteilung mit Nennung des Namens und der Tatvorwürfe berichten durfte. Es war dem Gericht aber erlaubt, Medienvertreter "wahrheitsgemäß unter Namensnennung über die Anklageerhebung und den Tatvorwurf in abstrakter Form unter Hinweis auf die Unschuldsvermutung zu unterrichten". Damit war ein Beschluss aus der Vorinstanz teilweise gekippt worden. Die Anwälte des Vize-Weltmeisters waren per Eilverfahren gegen die Veröffentlichung vorgegangen. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Nicht durchsetzen konnten sich die Anwälte des 40-Jährigen dabei jedoch mit der Forderung, dem Amtsgericht Vorgaben für die künftige Pressearbeit - wie nun über die Zulassung der Anklage - zu machen. Auch mit der Namensnennung des ehemaligen Nationalspielers gegenüber Medienvertretern hat das OVG kein Problem. Nach Angaben einer Sprecherin wies der Senat auf die "Prominenz des Antragstellers und sein bisheriges Engagement für Kinder und Jugendliche und zwar gerade auch für die Bekämpfung des Kindesmissbrauchs" hin.

Die Mitteilung musste aus dem Internet entfernt werden, damit sie für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich ist. In dem frühen Stadium des Strafverfahrens sei durch das Amtsgericht das allgemeine Persönlichkeitsrecht und das Recht des Antragstellers auf ein faires Verfahren, insbesondere die Unschuldsvermutung, verletzt worden. Metzelder hätte vor der Veröffentlichung angehört werden müssen, heißt es in dem OVG-Beschluss. Auch habe das Gericht zu viele Details genannt.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa