Panorama

8500 Morde in drei Monaten Mexikos Drogenkrieg so blutig wie nie

RTX6IIE5.jpg

Hochgerüstet: Der Einsatz schwer bewaffneter Polizisten und Soldaten konnte die Gewalt der Drogenkartelle bislang nicht stoppen.

(Foto: REUTERS)

Rund 250.000 Menschen sind in Mexiko bereits gestorben, seit die Regierung 2006 den Drogenkartellen den Kampf angesagt hat. Doch so mörderisch wie in diesem Jahr war dieser Krieg noch nie. Der angekündigte Kurswechsel des neuen Präsidenten lässt auf sich warten.

In Mexiko hat die Zahl der Morde einen neuen Höchststand erreicht. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden knapp 8500 Menschen ermordet, wie die Behörden mitteilten. Das waren 9,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im gesamten Jahr 2018 war mit rund 33.500 Morden ein trauriger Höchststand seit Beginn der Statistik im Jahr 1997 erreicht worden.

Die neuen Zahlen widersprechen Angaben des mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador, wonach die Zahl der Morde seit seinem Amtsantritt im Dezember nicht angestiegen ist. Zuletzt waren in der vergangenen Woche 36 Massengräber mit den sterblichen Überresten von bis zu 200 Mordopfern entdeckt worden.

In Mexiko herrscht seit Jahren ein blutiger Drogenkrieg zwischen verfeindeten Banden. Die mexikanische Regierung startete 2006 einen umstrittenen Militäreinsatz gegen die mächtigen Drogenkartelle. Seitdem starben rund 250.000 Menschen eines gewaltsamen Todes, 40.000 Menschen gelten als vermisst.

López Obrador war lange ein scharfer Kritiker des Militäreinsatzes. Er hat versprochen, die Soldaten zurück in die Kasernen zu beordern - seit seinem Amtsantritt ist dies aber nicht geschehen. Der Linkspolitiker will im Kampf gegen die Drogenbanden eine Nationalgarde gründen.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP