Panorama

Etliche Mädchen missbraucht? Milliardär Epstein bestreitet Sex-Vorwürfe

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Epstein bei einer Gerichtsanhörung in Palm Beach im Jahr 2008.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Als Milliardär verkehrte Jeffrey Epstein mit Donald Trump und Bill Clinton - und hütete jahrelang ein dunkles Geheimnis. Der heute 66-Jährige soll reihenweise minderjährige Mädchen missbraucht haben. Nun nimmt er Stellung zu den Vorwürfen.

Der US-Milliardär Jeffrey Epstein wehrt sich gegen Vorwürfe, Dutzende minderjährige Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Bei einer Anhörung wies der Investmentbanker vor dem New Yorker Bezirksgericht alle Anschuldigungen zurück. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und die Verschwörung dazu vor. Bei einer Verurteilung droht dem 66-Jährigen ein Lebensabend im Gefängnis - bis zu 45 Jahre Haft sind möglich.

Nun dürfte er darauf hoffen, zumindest auf Kaution freizukommen - für Donnerstag ist eine entsprechende Anhörung angesetzt. Doch Staatsanwalt Geoffrey Berman ist dagegen. Er will beantragen, dass der Milliardär bis zu einem möglichen Prozess in Gewahrsam bleibt. Das Fluchtrisiko sei hoch, sagte Berman. Epstein verfüge über enormen Reichtum, und die Anschuldigungen wögen sehr schwer.

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Staatsanwalt Berman ist gegen eine Freilassung Epsteins auf Kaution.

(Foto: imago images / UPI Photo)

Laut dem Staatsanwalt soll Epstein zwischen 2002 und 2005 Dutzende junger Mädchen bei sich zu Hause in New York und Florida sexuell missbraucht haben. Er habe ihnen große Summen in bar bezahlt und einige zudem dazu gebracht, weitere Mädchen anzuwerben. Einige seiner Opfer waren erst 14 Jahre alt und "höchst anfällig für Ausbeutung", sagte Berman. Epstein sei bewusst gewesen, "dass viele der Opfer Minderjährige waren". Der Staatsanwalt wies darauf hin, dass die Anstiftung von Minderjährigen zur Prostitution nach dem Gesetz eine Straftat sei - auch, wenn seine Opfer eingewilligt hätten.

Nacktfotos bei Durchsuchung gefunden

Epstein war am Samstag nach der Landung seines Privatjets an einem Flughafen in New Jersey festgenommen worden. Zuvor hatte er sich in Paris aufgehalten. Bei einer Durchsuchung seines Anwesens in Manhattan wurden laut dem Staatsanwalt am Wochenende Nacktfotos von augenscheinlich minderjährigen Mädchen beschlagnahmt.

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Courtney Wild soll eines der Opfer des Milliardärs gewesen sein. Auch sie sagte bei der Anhörung aus.

(Foto: REUTERS)

Es ist nicht das erste Verfahren gegen den Investmentbanker mit besten Verbindungen in die Politik und zu Prominenten. Zu seinen Freunden sollen neben US-Präsident Donald Trump auch Bill Clinton und Prinz Andrew gezählt haben. Bereits vor mehr als zehn Jahren war er wegen ähnlicher Anschuldigungen von einem Bezirksgericht im Bundesstaat Florida verurteilt worden.

Aufgrund einer außergerichtlichen Vereinbarung erhielt Epstein eine 18-monatige Haftstrafe und kam nach 13 Monaten frei. Ein Verfahren vor einem Bundesgericht blieb ihm im Gegenzug erspart. Recherchen des "Miami Herald" ergaben zudem, dass der Milliardär großzügige Hafterleichterungen wie täglichen Freigang genoss. Pikant: Der heutige US-Arbeitsminister Alexander Acosta handelte den heute hoch umstrittenen Deal als Staatsanwalt mit aus.

Vergleich schützt Epstein vor Strafverfolgung

Die Vereinbarung blieb lange Zeit unter Verschluss. Durch die Enthüllungen rückte nun auch die Rolle Acostas in der Angelegenheit in den Fokus. Epsteins Anwalt Reid Weingarten warf den Behörden vor, die alten Beschuldigungen aus dem Verfahren in Florida wieder neu aufzulegen. Die Vorwürfe seien den US-Behörden schon 2008 bekannt gewesen, als sie den Vergleich mit Epstein geschlossen hätten. Dieser schütze ihn vor jeglicher Strafverfolgung auf Bundesebene.

Staatsanwalt Berman will das nicht akzeptieren. Er sagt, die Vereinbarung gelte nur für den Bezirk Florida. Die New Yorker Staatsanwaltschaft fühle sich nicht an sie gebunden. Für Epsteins zahlreiche Opfer sei es wichtig, dass er zur Rechenschaft gezogen werde. Der Staatsanwalt und ein FBI-Vertreter riefen mögliche weitere Opfer auf, sich zu melden.

Quelle: n-tv.de, vpe/AFP

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