Panorama

Zulassung und Doktortitel gefälscht Möchtegern-Mediziner operierte Patienten

Arzt.jpg

Das betroffene Krankenhaus versichert, dass der Mann nicht eigenmächtig operiert oder Diagnosen gestellt habe.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Mann gibt sich als Chirurg mit zwei Doktortiteln aus. Er arbeitet in einem Krankenhaus und ist an Operationen beteiligt. Doch ein Kollege wird stutzig, als er die angebliche Promotionsarbeit nicht finden kann.

In einem Krankenhaus im nordrhein-westfälischen Düren soll sich ein Mann als Assistenzarzt ausgegeben und in der Chirurgie gearbeitet haben. Ihm sei fristlos gekündigt worden, teilte das Krankenhaus Düren auf seiner Internetseite mit. Außerdem sei Strafanzeige wegen des Verdachts des Betrugs und der Urkundenfälschung gestellt worden.

Der Mann soll unter anderem zwei Promotionsurkunden gefälscht und sich seine ärztliche Berufserlaubnis erschlichen haben. Laut der Universität, die die Urkunde ausgestellt haben soll, wurde eine Doktorarbeit niemals von dem angeblichen Mediziner eingereicht. Bei Nachforschungen habe sich herausgestellt, dass er zwar Medizin studiert haben soll, vermutlich aber keine Prüfung abgelegt hatte.

Man habe ihn auf Basis eines guten Leumundes aus der Klinik, in der er zuvor tätig war, eingestellt. Seine Arbeit habe keinen Anlass gegeben, an seiner Qualifikation zu zweifeln. Erst nach Hinweisen an die Geschäftsführung auf einen vermutlich falschen Doktortitel habe man sich intensiv mit der Vita des Mitarbeiters befasst. "Ein Kollege hatte den Titel der Doktorarbeit gegoogelt und nicht gefunden und ist dann stutzig geworden", sagte Krankenhaus-Sprecher Christoph Lammertz.

Nach Informationen der "Aachener Zeitung" arbeitete der Mann über Jahre in der Allgemeinchirurgie, die Eingriffe im Bauchraum vornimmt. Er sei an Operationen beteiligt gewesen, allerdings laut Krankenhaus nicht ohne Aufsicht eines anderen, verantwortlichen Mediziners. Zudem habe er eigenmächtig keine Diagnosen gestellt oder Therapien eingeleitet, versicherte das Krankenhaus Düren der Zeitung.

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

Mehr zum Thema