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"Absolut unverantwortlich" Montgomery warnt vor weiteren Lockerungen

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Das Virus hat mit seinen Mutationen eine neue Stufe erreicht, sagt Montgomery.

(Foto: imago images/photothek)

Weltärztepräsident Montgomery ist gegen eine Lockerung der geltenden Corona-Maßnahmen. Als Grund gibt er die zuletzt gestiegenen Fallzahlen sowie die Verbreitung von Mutationen an. Als Reaktion fordert der Mediziner, das Impfprogramm zu beschleunigen.

Angesichts der wieder gestiegenen Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery vor weiteren Lockerungen der Restriktionen gewarnt. Wer in Zeiten steigender Reproduktionswerte des Coronavirus über Lockerungen spreche, handele "absolut unverantwortlich", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bei jeder Lockerung werde es einen "deutlichen Anstieg der Zahlen" geben.

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Sowohl die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz als auch der Reproduktionswert (R-Wert) waren in Deutschland zuletzt wieder gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab am Sonntag den R-Wert mit 1,25 an (Vortag: 1,14). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 125 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,10 (Vortag: 1,07).

Montgomery erläuterte, bei einem R-Wert klar über 1,0 drohe bei der Ausbreitung des Virus wieder "exponentielles Wachstum": "Und genau das ist jetzt der Fall." Das Virus habe mit seinen Mutationen eine neue Stufe erreicht. Es sei nicht nur ansteckender, sondern führe wahrscheinlich auch zu schwereren Krankheitsverläufen.

Als Reaktion auf die Entwicklung forderte der Präsident des Weltärztebundes eine Beschleunigung der Impfungen. Impfstoffdosen, die in der ersten Prioritätsgruppe nicht abgerufen würden, müssten jetzt sofort in der zweiten Gruppe zum Einsatz kommen. "Wir dürfen uns hier nicht sklavisch an die Impfreihenfolge halten", mahnte der Mediziner.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP