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Ein Löwe und eine Bärin Mossuls letzte Zootiere gerettet

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Die Helfer feiern ihren Erfolg.

(Foto: Twitter/@FourPawsUK)

Sie sind abgemagert und krank, aber sie leben noch. Nur Löwe Simba und Bärin Lula sind von fast 40 Zootieren in Mossul übrig geblieben. Nun gelingt es Helfern, die Tiere aus der umkämpften Stadt zu bringen.

Der Löwe Simba und die Bärin Lula waren die letzten Tiere, die im Zoo der irakischen Stadt Mossul noch übrig geblieben waren. Unter erbärmlichen Bedingungen, in verdreckten Käfigen mit viel zu wenig Futter fristeten sie ein elendes Dasein in der vom Krieg gezeichneten und noch immer umkämpften Stadt.  

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Nun wurden die beiden Tiere nach Jordanien ausgeflogen. Der Tierarzt Amir Chalil von der Hilfsorganisation Four Paws ("Vier Pfoten") hatte die beiden Tiere im Februar bei einem Besuch des privaten Zoos Muntasah al-Nur im Osten der umkämpften Großstadt Mossul entdeckt. Kurz zuvor war dieser Teil der Stadt vom IS befreit worden. Die Käfige der Tiere waren verdreckt, ihr Fell war voller Schlamm und Kot. Wegen der fehlenden Pflege infolge der anhaltenden Kämpfe waren sie zudem mangelernährt.

Wegen der wochenlangen Kämpfe hatte sich niemand mehr um die Tiere gekümmert, der Löwe und die Bärin waren die einzigen Tiere, die überhaupt überlebt hatten. Andere waren verhungert oder geflohen, nachdem bei Angriffen die Käfige zerstört wurden. Chalil und seinem Team gelang es, Lula und Simba wieder aufzupäppeln. "Es ist meine Aufgabe als Veterinär, sie an einen sicheren Ort zu bringen. Das sind Flüchtlinge", sagte der ägyptisch-österreichische Tierarzt.

Die Rettungsaktion erwies sich als äußerst kompliziert. Neun Tage lang mussten die Tiere sediert in einem Lkw ausharren, weil die Retter einen Kontrollpunkt nicht passieren durften. Danach wurden  Simba und Lula zunächst nach Erbil, in die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Irak, gebracht und von dort ausgeflogen. Chalil zeigte sich an Bord des Flugzeugs unendlich erleichtert: "Das ist der Anfang eines neuen Lebens für die Tiere. Von nun an werden sie nicht mehr Teil dieses Krieges sein müssen."

Quelle: n-tv.de, sba

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