Panorama

Aufstiegsroute nach Beben zerstörtMount Everest bleibt gesperrt

05.05.2015, 16:48 Uhr
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Die meisten Bergsteiger sind nach dem Beben nach Kathmandu zurückgekehrt. (Foto: AP)

Besteigungen des Mount Everest sind eine lukrative Einnahmequelle für Nepal. Dennoch bleibt die Route zum Gipfel für den Rest der Saison dicht, sie ist nach dem Erdbeben zerstört. In den Tälern kämpfen derweil Hunderttausende mit dem Alltag.

Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal wird die Aufstiegsroute auf den Mount Everest in dieser Saison nicht wieder geöffnet. Die Lawinen am höchsten Berg der Welt hätten den Weg durch den gefährlichen Khumbu-Eisfall in großen Teilen zerstört, sagte Ang Dorjee Sherpa, Präsident des Umweltkomitees SPCC. Nepal nimmt durch die Gebühren für die Gipfelbesteigung jedes Jahr mehrere Millionen Dollar ein.

Ein Team des Komitees ist für die Sicherung der Route mit Seilen und Leitern zuständig. Ohne diese Hilfsmittel ist es für die meisten Bergsteiger unmöglich, durch den Gletscher zu kommen. Der Eisfall sei durch das Erdbeben zu instabil und die Arbeit darin zu gefährlich, sagte Sherpa weiter.

Hinzu komme, dass nicht genug Zeit bleibe, ehe der Monsun-Regen einsetze. Dann ist ein Aufstieg zum Mount Everest nicht mehr möglich. Auch lohne sich der Aufwand für die wenigen verbliebenen Bergsteiger im Basislager nicht. "Die meisten Bergsteiger sind schon nach Kathmandu zurückgekehrt", sagte Sherpa.

Hilfsarbeiten kommen nur schleppend voran

In den Tälern fehlt es der nepalesischen Bevölkerung nach dem Beben an vielem - dafür gibt es heftige Kritik an der Führung des Landes. Premierminister Sushil Koirala verteidigt die Bemühungen seiner Regierung: "Wir geben unser Bestes", sagte Koirala. Er gestand jedoch ein, dass alles länger dauere als gewünscht. "Wir sind nicht sehr glücklich mit der Geschwindigkeit, mit der die Arbeit passiert." Nun aber gewännen die Bemühungen an Fahrt.

Derzeit gehe es noch nicht um den Neubau oder die Sanierung von Häusern, sagte Koirala. "Wir müssen die Menschen nun sofort in Zelten unterbringen. Nach der Regensaison wird der Wiederaufbau beginnen", sagte der 75-Jährige. Dafür benötige seine Regierung finanzielle Unterstützung von der internationalen Gemeinschaft.

"Noch immer gibt es zu wenig Zelte. Auch Nahrungsmittel wie Reis, Getreide, Öl und Salz fehlen", sagte Koirala. Bislang habe Nepal 100.000 Zelte erhalten. "Das ist nicht genug."

Derweil wurde eineinhalb Wochen nach dem Beben ein zweites deutsches Todesopfer bestätigt. Die Frau sei in dem beliebten Wandergebiet Langtang gestorben, sagte Ramesh Adhikari, Leiter der nepalesischen Tourismusbehörde. Näheres zur Herkunft der Frau wurde nicht bekannt. Das Auswärtige Amt machte zu dem konkreten Fall keine Angaben. Aus Berlin hieß es jedoch, dass weitere deutsche Staatsangehörige unter den Opfern sein dürften.

Quelle: ntv.de, fma/dpa

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