Druck auf JustizMutter von Loveparade-Opfer startet Petition

Bei der Loveparade 2010 kamen 21 Menschen ums Leben. Einen Strafprozess gibt es aber zunächst nicht, entscheidet das Duisburger Landgericht. Angehörige fordern nun, dass doch ein Verfahren eröffnet wird und sammeln Unterschriften.
Nach der vorläufigen Einstellung des Strafverfahrens zur Duisburger Loveparade-Katastrophe haben Hinterbliebene eine Petition im Internet gestartet. Damit solle der Druck auf die Justiz für eine Wiederaufnahme des Verfahrens erhöht werden, teilten die Opferanwälte der Kanzlei "Baum, Reiter & Collegen" mit.
Durch die Petition auf der Plattform change.org sollten die Richter des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf darauf aufmerksam gemacht werden, dass neben den direkt Betroffenen auch eine größere Öffentlichkeit die Aufklärung der Katastrophe mit 21 Toten in einem Strafverfahren für angebracht halte, erklärten die Anwälte.
Das Duisburger Landgericht hatte in der vergangenen Woche die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen zehn Beschuldigte zurückgewiesen und die Hauptverfahren nicht eröffnet. Dagegen legten Staatsanwaltschaft und Opferanwälte sofortige Beschwerde ein, über die nun als letzte Instanz das OLG Düsseldorf entscheiden muss.
Angehörige wollen Aufklärung
In der Internetpetition schreibt die Mutter eines bei dem Loveparade-Unglück getöteten jungen Mannes an die Düsseldorfer Richter: "Im Namen meines verunglückten Sohnes Christian und der anderen 20 Verstorbenen sowie der 652 Verletzten bitte ich Sie, das Hauptverfahren gegen die Verantwortlichen der Katastrophe zu eröffnen."
Ohne einen Strafprozess werde es keine lückenlose Aufklärung der Umstände geben, hieß es weiter. "Nicht nur wir Betroffenen erwarten von der Justiz, dass Verantwortungslosigkeit zur Rechenschaft gezogen wird." Vier Tage nach dem Start haben mehr als 17.000 Menschen die Petition unterschrieben.
Bei der Duisburger Loveparade am 24. Juli 2010 waren während einer Massenpanik am Zugangsbereich des Veranstaltungsgeländes 21 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft erhob vor gut zwei Jahren Anklage gegen insgesamt zehn Mitarbeiter der Stadt Duisburg und des Loveparade-Veranstalters. Das Duisburger Landgericht wies diese Anklage jedoch am Dienstag vergangener Woche als unzureichend zurück.