Panorama

Schul-Neustart in der Pandemie NRW führt Masken auch im Unterricht ein

Masken werden beim Neustart in Deutschlands Schulen das Bild prägen. Mehrere Länder entscheiden sich für eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Nordrhein-Westfalen geht dabei besonders weit: Einige Schüler müssen die Maske dann auch im Klassenraum auflassen.

Nordrhein-Westfalen führt an allen Schulen eine Maskenpflicht ein. In weiterführenden und berufsbildenden Schulen gelte diese auch im Unterricht. An Grundschulen soll die Maskenpflicht dagegen nicht gelten, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. Das kündigte das Schulministerium des Landes an.

Zuvor hatten bereits Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe und Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin angekündigt, dass eine Maskenpflicht in ihren Ländern kommen solle. Martin, in deren Bundesland heute der Unterricht nach den Sommerferien wieder aufgenommen wurde, sagte der ARD, sie wolle dem Kabinett vorschlagen, "dass wir doch auf Nummer sicher gehen". Bisher hätten die Gesundheitsexperten zwar nicht zu einer solchen Pflicht geraten, sagte die SPD-Politikerin. Sie halte es aber angesichts der bundesweiten Entwicklungen der vergangenen Tage für notwendig, darüber noch einmal zu sprechen.

Auch Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll jedoch nicht im Unterricht gelten. In Hessen oder Sachsen soll die Maskenpflicht im Ermessen der Schulen liegen.

Regierung: Maske in Schule "vernünftig"

Für die Bundesregierung nannte die stellvertretende Sprecherin Ulrike Demmer eine Maskenpflicht eine "vernünftige Überlegung". Dies müsse aber eingebettet sein in ein Gesamtkonzept, und dafür liege die Zuständigkeit bei den Ländern. Zum Wiedereinstieg in den Schulregelbetrieb vor dem Hintergrund gestiegener Infektionszahlen sagte Demmer: "Das ist natürlich eine anspruchsvolle Aufgabe von den Ländern und Kommunen, die das Recht auf Bildung für alle Schülerinnen und Schüler zu verwirklichen und gleichzeitig natürlich dem Gesundheitsschutz weiterhin hohe Bedeutung beizumessen haben."

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Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hatte sich bereits am Wochenende für eine Maskenpflicht in Schulgebäuden ausgesprochen. Es sei zwar nachvollziehbar, "wenn Länder auf Abstandsregeln in den Schulen verzichten wollen, weil die räumlichen Bedingungen ansonsten nur eingeschränkt Präsenzunterricht zulassen würden", sagte Karliczek der "Welt am Sonntag". "Dennoch wird der Präsenzunterricht nur dann funktionieren können, wenn weitere Regelungen zur Hygiene, zum Tragen von Schutzmasken sowie zum Abstandhalten auf dem Schulhof und auf den Fluren strikt eingehalten werden."

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, gerade an Schulen seien Abstandhalten, Maskenpflicht "so weit wie nötig" und regelmäßige Handhygiene die einzigen Mittel zum Schutz der eigenen Person und anderer.

Quelle: ntv.de, jog/dpa