Panorama

Krankmacher im Schlamm Nach Flutkatastrophe folgen Hygieneprobleme

248724872.jpg

Bei den Aufräumarbeiten nach der Flutkatastrophe sollte man auf Schutzkleidung und Handhygiene achten.

(Foto: picture alliance/dpa/APA)

Die Flutkatastrophe im Westen des Landes hinterlässt nicht nur Tote und Verwüstungen. Sie kann nun, Tage danach, auch für Anwohner und Helfer in der Region zu einem echten Gesundheitsrisiko werden.

Die Flutkatastrophe hat Wassermassen und Schlamm gebracht, wobei das Wasser vielerorts wieder abgelaufen ist. Der Schlamm allerdings bleibt - und mit ihm auch das Risiko für Anwohner und Helfer, sich im Kontakt damit mit einem Krankheitserreger zu infizieren. "Wenn die Wasserver- und Entsorgung nicht mehr funktioniert, dann haben wir ein Hygieneproblem", erklärt Dr. Christoph Specht im Gespräch mit ntv.

Fäkalkeime können, beispielsweise in Form von Colibakterien, durch Hochwasser und Überschwemmungen sowohl in den Schlamm vor Ort als auch ins Frischwasser gelangen. Die führen zu Magen-Darm-Erkrankungen und Durchfall. Aber auch andere Erreger, die beispielsweise verantwortlich für Erkrankungen wie Tetanus oder Hepatitis A sind, können sich zwischen feuchtem Gerümpel oder im Schlamm nach Überschwemmungen befinden. Sommerliche Temperaturen lassen zudem schnell zahlreiche Schimmelpilze wachsen. Sogar der Kontakt mit verschiedenen Chemikalien ist bei Aufräumarbeiten nach Überschwemmungen denkbar. Diese können zu Allergien oder Überempfindlichkeiten führen.

Am besten Schutzkleidung tragen

Mehr zum Thema

Anwohner und Helfer in Überschwemmungsgebieten sollten deshalb besonders auf Hygiene achten und den direkten körperlichen Kontakt mit Schlamm oder Wasser weitestgehend meiden. Das Tragen von dichten Gummihandschuhen und Gummistiefeln sollte das Minimum an Schutzkleidung sein. Gut ist, wer zusätzlich eine Gummihose trägt. Bei Aufräumarbeiten ist die Handhygiene besonders wichtig. Man sollte sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fassen, damit essen oder rauchen.

In einigen betroffenen Gebieten, wie zum Beispiel im bayerischen Roth, haben die Behörden bereits ein sogenanntes Abkochgebot ausgesprochen. Das bedeutet: Sämtliches Wasser, das aus der Leitung kommt und welches man zum Trinken, Kochen oder Waschen von Lebensmitteln benutzen will, muss vorher einmal sprudelnd aufgekocht werden. Für die Körperpflege könne das Wasser, in dem sogenannte Enterokokken nachgewiesen wurden, der Gesundheitsbehörde zufolge noch benutzt werden. Allerdings dürfe es weder verschluckt werden noch in offene Wunden gelangen.

Quelle: ntv.de, jaz

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.