Panorama

Seehofer-Pläne liegen auf Eis Nach Luftraum: Israel schließt auch Grenzen

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Die letzten Passagiere auf Israels Ben-Gurion-Flughafen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Nach dem Stopp aller Passagierflüge schließt Israel auch seine Landgrenzen. Aus Sorge vor Mutationen erwägt auch die Bundesregierung drastische Schritte zur Eindämmung von Reisen. Entsprechende Pläne von Innenminister Seehofer sollen aber erst mit Brüssel abgestimmt werden.

Nach dem internationalen Flughafen Ben Gurion schließt Israel im Kampf gegen das Coronavirus vorübergehend auch seine Landgrenzen. Dies kündigte das Innenministerium in Tel Aviv an. Die Maßnahme soll von Donnerstagmorgen bis Ende Januar gelten. Davon betroffen sind insgesamt drei Grenzübergänge nach Ägypten und Jordanien. Der Übergang Allenby-Brücke nach Jordanien bleibt für Bewohner des Westjordanlands geöffnet. Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen Israels, das Einschleppen weiterer Coronavirus-Mutationen zu verhindern. In der Nacht auf Dienstag war bereits der Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv - das mit Abstand wichtigste Luftverkehrsdrehkreuz des Landes - bis Monatsende nahezu komplett geschlossen worden.

Trotz fast dreiwöchigen, harten Lockdowns sind die Infektionszahlen in Israel weiter sehr hoch. Für einen großen Teil der Neuinfektionen wird die britische Coronavirus-Mutation verantwortlich gemacht. Am Donnerstag wollte die Regierung über eine Verlängerung der Restriktionen beraten. Die Bundesregierung stuft Israel wegen der starken Infektionszahlen als Hochrisikogebiet ein.

Seehofers Pläne im Kabinett besprochen

Konkrete Pläne der Bundesregierung für weitere Reisebeschränkungen gibt es bislang noch nicht - Bundesinnenminister Horst Seehofer hat aber nach Angaben einer Sprecherin seines Hauses bereits Vorschläge für eine mögliche "Einschränkung von Reisemöglichkeiten" gemacht. Das Thema sei am Vormittag auch im Kabinett besprochen worden, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin, Ulrike Demmer, in Berlin. Die Bundesregierung wolle jedoch diese Woche erst einmal die Ergebnisse der Abstimmung in Brüssel zu Reisen und Eindämmungsmaßnahmen auf europäischer Ebene abwarten. "Das schließt natürlich nationales Vorgehen nicht aus", fügte Demmer hinzu.

Noch am Dienstag hatte Seehofer angekündigt, er wolle zur Bekämpfung der Corona-Pandemie den Flugverkehr nach Deutschland massiv einschränken und außerdem schärfere Grenzkontrollen einleiten. "Die Gefährdung, die von den zahlreichen Virusmutationen ausgeht, verlangt von uns, dass wir auch drastische Maßnahmen prüfen und in der Bundesregierung diskutieren", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung. "Dazu gehören deutlich schärfere Grenzkontrollen, besonders an den Grenzen zu Hochrisikogebieten, aber auch die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf nahezu Null, so wie Israel das derzeit auch macht, um die Einschleppung der Virusmutation zu verhindern."

Die Menschen, die in Deutschland harte Einschränkungen akzeptierten, erwarteten von der Regierung, dass sie bestmöglich vor einer Explosion der Infektionszahlen geschützt würden. Laut dem Bericht gibt es in der Bundesregierung die Sorge, dass sich die Fluglinien nicht an die strengen Corona-Regeln hielten. Auch die Bundespolizei registrierte demnach immer wieder Verstöße gegen die Quarantäne-Pflicht.

Quelle: ntv.de, mau/dpa