Panorama

Verbindung zu Duisburger Blutbad 'Ndrangeta-Boss in Klinik festgenommen

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Francesco Pelle tauchte 2019 unter.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Im Sommer 2007 erreicht ein Streit zwischen zwei Mafia-Clans einen traurigen Höhepunkt, als in Duisburg sechs Männer erschossen werden. Tief verstrickt in die Fehde ist auch ein 44-jähriger Anführer der 'Ndrangeta. Nachdem ihm zunächst die Flucht gelingt, können Ermittler ihn in Portugal aufspüren.

Ein Anführer der kalabrischen 'Ndrangeta, der mit den Mafia-Morden in Duisburg in Verbindung steht, ist in Portugal festgenommen worden. Der 44-jährige Francesco Pelle sei in einer Klinik in Lissabon aufgegriffen worden, teilte die italienische Polizei mit. Medienberichten zufolge hatte er sich dort wegen einer Corona-Infektion behandeln lassen.

Pelle stand auf der Liste der "gefährlichsten Flüchtigen" des italienischen Innenministeriums. Er war wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, tauchte aber im Jahr 2019 unter, nachdem Italiens oberstes Berufungsgericht die Haftstrafe bestätigt hatte.

Der 44-Jährige war einer der Hauptakteure bei einem Streit im Jahr 2007 zwischen verfeindeten 'Ndrangheta-Familien in Duisburg, in dessen Folge sechs Menschen ermordet wurden. Die Morde waren eine Vergeltungsaktion für die Tötung der Frau eines Mafia-Mitglieds, die Pelle befohlen hatte. Für diese Straftat wurde er in Italien verurteilt. Die Ermordung der Frau wiederum geschah aus Rache für eine Schussverletzung, die dazu führte, dass Pelle seither auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Die Fehde zwischen den Clans Pelle-Vottari und Nirta-Strangio, die beide aus dem süditalienischen Ort San Luca stammen, hatte angeblich mit einem Streich im Jahr 1991 begonnen, bei dem Eier geworfen wurden. Die Morde von Duisburg gelten als Weckruf für die deutsche Öffentlichkeit, die bis dahin kaum etwas von den Mafia-Aktivitäten vor ihrer Haustür bemerkt hatte.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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