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13 Tage nach dem Erdbeben Nepal beendet hinduistische Trauerzeit

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Trauernde in Nepals Hauptstadt Kathmandu.

(Foto: imago/ZUMA Press)

In Nepal gedenken die Überlebenden mit religiösen Riten und Zeremonien den Tausenden Todesopfern des Erdbebens. Der Schock ist noch lange nicht überwunden. Der mühsame Wiederaufbau des stark zerstörten Landes beginnt.

Mit religiösen Zeremonien ist in Nepal gemäß hinduistischem Ritus die 13-tägige Trauerzeit nach dem verheerenden Erdbeben im Himalaya zu Ende gegangen. Ganz in Weiß gekleidet fanden sich Gruppen von Trauernden am Tempel Pashupatinath in der Hauptstadt Kathmandu ein, um mit Gebeten, Opfergaben von Lebensmitteln und Wertgegenständen sowie mit rituellen Bädern im Fluss Bagmati Abschied von den mehr als 7800 Todesopfern des Erdstoßes vom 25. April zu nehmen. Nach der Trauerphase machen sich die Hinterbliebenen nun daran, ihr verwüstetes Land wieder aufzubauen.

"Der Verlust ist unerträglich", sagte Chuda Bhakta Shrestha. Der 61-Jährige verlor seine Ehefrau, seine 32-jährige Tochter und die vierjährige Enkeltochter beim Einsturz ihres Hauses in Kathmandu. "Wir können nur beten, dass sie im Himmel ein Zuhause finden", sagte Shrestha und fügte hinzu, dass er nun den Mut finden müsse, neu anzufangen. "Es gibt keine Alternative zum Weitermachen", sagte er.

Wiederaufbau kostet rund 4,5 Milliarden Euro

Sarita Silwal und ihre Schwester verloren ihre 65-jährige Mutter durch das Erdbeben. "Wir haben keine Brüder, also vollziehen wir Frauen das Ritual für unsere Mutter", sagte die 22-Jährige. "Ihr Tod hat ein großes Loch in unser Leben gerissen. Ich weiß nicht, wie ich darüber hinweg kommen soll", sagte Silwal.

Das Erdbeben, das beinahe das ganze Land betraf, war das folgenschwerste in Nepal seit über 80 Jahren. Jüngsten Schätzungen der Behörden zufolge wurden beinahe 300.000 Häuser vollständig zerstört und etwa 250.000 weitere stark beschädigt. Beinahe 16.000 Menschen wurden verletzt, die meisten davon erlitten beim Einsturz der oft instabilen Behausungen Brüche oder Rückenmarksverletzungen. Der UNO zufolge haben zudem fast eine Million Kinder keine Räume mehr für Schulunterricht. Der Wiederaufbau der bitterarmen Himalaya-Nation könnte Schätzungen zufolge umgerechnet rund 4,5 Milliarden Euro kosten.

In den Tagen nach dem Beben verließen hunderttausende Menschen Kathmandu. Einerseits aus Furcht vor Nachbeben, andererseits, um nach ihren Familien in entfernten Dörfern zu sehen. In vielen schwer zugänglichen Tälern ist das Ausmaß der Schäden noch nicht erfasst, weswegen mit einem weiteren Anstieg der Opferzahl gerechnet wird.

Quelle: n-tv.de, jja/AFP

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