Panorama

Erst vergiftet, dann gerettet Nepal deckt Touristen-Betrug im Himalaya auf

90504490.jpg

900.000 Touristen reisten im vergangenen Jahr nach Nepal.

(Foto: dpa)

Der Tourismus in Nepal boomt. Doch das reicht manchen Reiseveranstaltern nicht - sie inszenieren wohl gemeinsam mit Krankenhäusern Rettungen von Touristen und kassieren dann deren Krankenversicherer ab. Die Ermittler wittern einen Riesenskandal.

Reiseveranstalter in Nepal sollen Himalaya-Touristen krank gemacht haben, um bei deren Versicherungen abzukassieren. Ermittler des nepalesischen Tourismusministeriums hätten acht Reiseveranstalter, vier Krankenhäuser und drei Hubschrauberanbieter als Beteiligte an dem Betrug identifiziert, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. Die Reiseveranstalter sollen etwas in das Essen von Wandertouristen gemischt haben, damit diese per Hubschrauber aus den Bergen gerettet werden mussten. Anschließend sollen Dokumente gefälscht worden seien, um die Nottransporte zu rechtfertigen.

Der Sprecher sagte, die zuständigen Behörden seien über weitere Ermittlungen informiert worden. Die Regierung erwäge zudem, eine Polizeieinheit zur Rettung von Himalaya-Wanderern in Not einzurichten.

Die nepalesische Zeitung "Kathmandu Post" berichtete, ausländische Anbieter von Reiseversicherungen hätten dem Tourismusministerium gedroht, wegen der Menge an Betrugsversuchen ab dem 1. September keine Versicherungen für Nepal mehr anzubieten. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Everest-Landes.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa