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"Ausmaß ist kaum zu begreifen"Neue Suche nach MH370-Wrack erfolglos eingestellt

09.03.2026, 11:35 Uhr
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Im März 2024 jährte sich das Verschwinden von MH370 zum zehnten Mal. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Seit zwölf Jahren fehlt jede Spur von Flug MH370. Auch modernste Technik bringt bisher keine Antworten. Aber die Spezialfirma Ocean Infinity will nicht aufgeben.

Zwölf Jahre nach dem Verschwinden des Fluges MH370 der Malaysia Airlines ist eine neue Suche nach dem Wrack ohne Ergebnis beendet worden. Sein auf Tiefsee-Erkundungen spezialisiertes Unternehmen Ocean Infinity habe das Suchgebiet im Indischen Ozean ohne neue Hinweise auf das Flugzeugwrack bereits am 23. Januar verlassen, teilte Firmenchef Oliver Plunkett mit. Seit Beginn der Mission im Jahr 2018 habe Ocean Infinity insgesamt 151 Tage auf See verbracht und mehr als 140.000 Quadratkilometer Meeresboden kartiert. "Das Ausmaß der Herausforderung - sowohl geografisch als auch technologisch - ist kaum zu begreifen."

Für die Familien der 239 Opfer gibt es damit weiterhin keine Antworten auf ihre vielen Fragen. Flug MH370 war am 8. März 2014 auf einem Flug von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich von den Radarschirmen verschwunden und aus unbekanntem Grund vom Kurs abgewichen, wie sich später anhand von technischen Signalen rekapitulieren ließ.

Bis heute wurden nur ein paar Dutzend Wrackteile an verschiedenen Küsten angeschwemmt. Vom Hauptrumpf des Flugzeugs, den Insassen aus 14 Ländern und dem Flugrekorder fehlt weiter jede Spur. Das Verschwinden der Boeing 777 gehört zu den größten Mysterien der Luftfahrtgeschichte.

Möglicherweise weitere Suche

Trotz modernster Technik, Robotik und automatisierter Systeme sei es nicht gelungen, das verschwundene Flugzeug zu lokalisieren, heißt es in der Mitteilung von Ocean Infinity. Dennoch liefere auch die erfolglose Suche wichtige Erkenntnisse: Zumindest könne man nun mit Sicherheit sagen, dass sich das Wrack nicht in den untersuchten Gebieten befinde, sagte Plunkett. Dies könne helfen, zukünftige Suchstrategien zu entwickeln.

Ihm zufolge ist Ocean Infinity an weiteren Suchaufträgen interessiert. Man arbeite mit der Regierung in Malaysia zusammen, um die Mission fortzusetzen, "wenn die Umstände es erlauben".

Das Unternehmen Ocean Infinity mit Sitz in den USA und Großbritannien hatte bereits im Februar 2025 eine neue Suche mithilfe eines Tiefsee-Versorgungsschiffs und autonomer Unterwasserfahrzeuge gestartet. Im April wurden die Arbeiten wegen schlechter Wetterbedingungen zunächst ausgesetzt und gegen Jahresende wieder aufgenommen.

Ocean Infinity hatte einen "Kein Fund, keine Bezahlung"-Deal mit der malaysischen Regierung in Kuala Lumpur ausgehandelt. Die Spezialfirma war bei anderen Aktionen bereits erfolgreich: So hatten unter anderem Mini-Unterwasserfahrzeuge 2018 das im Jahr zuvor verschollene argentinische U-Boot "ARA San Juan" vor der Küste Patagoniens entdeckt. 2019 wurde das seit rund 50 Jahren im nordwestlichen Mittelmeer vermisste U-Boot "Minerve" aufgespürt.

Wissenschaftlich ist das Wrack gefunden

Ein australischer Forscher will das Wrack der Boeing und die Absturzstelle auf dem Papier präzise lokalisiert haben. Den Berechnungen von Vincent Lyne zufolge befinden sich die Überreste von Flug MH370 in einem 6000 Meter tiefen Loch im südlichen Indischen Ozean, am östlichen Ende einer als Broken Ridge bezeichneten Erhebung weit vor der westaustralischen Küste. An diesem Ort kreuzt Lyne zufolge der Längengrad des malaysischen Flughafens Penang eine Route, die auf dem Heimsimulator des verantwortlichen Piloten entdeckt - und vom FBI als "irrelevant" ausgeschlossen - wurde.

Es handele sich um eine "zerklüftete und gefährliche Umgebung", die für die Entdeckung neuer Tiefseearten bekannt ist, schreibt Lyne. "Mit schmalen, steilen Seiten, umgeben von massiven Bergkämmen und anderen tiefen Löchern, ist es ein perfektes Versteck." Wissenschaftlich sei damit bewiesen, warum die bisherigen Suchaktionen fehlgeschlagen sind.

Lyne will mit Gewissheit auch belegen können, dass MH370 nicht aufgrund von Treibstoffmangel abstürzte: Er habe die angespülten Wrackteile genau überprüft, sagt er. Die Schäden am Flügel, der Landeklappe und anderen Teilen der Boeing beweisen ihm zufolge, dass Pilot Zaharie Shah mitten im Indischen Ozean eine Notwasserung versuchte - so, wie sie wenige Jahre zuvor dem berühmten US-amerikanischen Piloten "Sully" auf dem New Yorker Hudson River gelungen war.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

Flug MH370 der Malaysia AirlinesLuftfahrtMalaysia