Panorama

Hauptstadt-Flughäfen lahmgelegt Neue Unwetter sorgen im Osten für Chaos

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In Berlin musste sich die Feuerwehr auch um umgestürzte Bäume kümmern.

(Foto: imago images / A. Friedrichs)

Ausfallende Züge, ein geräumtes Stadion und Flugzeuge in Wartestellung: Nach den Gewittern am Dienstag haben schwere Niederschläge den Osten Deutschlands am Abend erneut durcheinandergewirbelt. Wetterexperten sehen bereits einen Zusammenhang mit der weltweiten Klimaerwärmung.

Nach heftigen Sommergewittern mit Starkregen, Überflutungen und Verkehrsbehinderungen am Dienstag hat der Nordosten Deutschlands neue Unwetter erlebt. Am Abend gingen kräftige Niederschläge nieder. In Berlin verfinsterte sich der Himmel wie in der Nacht. Nach Angaben von n-tv Wetterexperte Björn Alexander fegten durch Schönefeld Böen mit einer Geschwindigkeit von 109 km/h - in Berlin-Wannsee wurden 100 km/h gemessen. 

Am Abend rollten zunächst keine Fernzüge mehr in der Hauptstadt. Durch das Gewitter seien technische Anlagen beschädigt worden, teilte die Bahn mit. Techniker seien im Einsatz. Aus Sicherheitsgründen blieben die Fernzüge erst einmal an Bahnhöfen stehen. Um kurz vor 21 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben. An den Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden Flüge rund 45 Minuten lang ausgesetzt. In Dresden wurde der Innenraum des Stadions vor einem Konzert der Band Rammstein zur Sicherheit geräumt. Nach Angaben eines Polizeisprechers konnten die Fans aber nach rund 45 Minuten wieder zurück - und das Konzert begann.

Wetterprognosen hatten vor schweren Gewittern in Teilen von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen gewarnt. Die Temperaturen waren in den Bundesländern wieder auf bis zu 34 Grad gestiegen. In der Nacht zum Mittwoch hatten sich vor allem im Osten Gewitter entladen. In Sachsen und Brandenburg prasselten örtlich Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern zu Boden. In Berlin und Potsdam wurden Straßen überflutet, Bäume stürzten um, zahlreiche Keller und Tiefgaragen liefen voll. In beiden Städten rückten die Helfer zu zahlreichen Einsätzen aus.

In den Gärten und Parks des Unesco-Welterbes in Potsdam richtete das Unwetter Schäden an. Die Parks bleiben für die Aufräumarbeiten bis auf Weiteres geschlossen, wie die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mitteilte. Nach Angaben des Blitz-Informationsdienstes von Siemens hatte es in der Nacht über ganz Deutschland bis zu 800 Mal pro Minute geblitzt. Etwa jeder zehnte Blitz traf auf den Erdboden, wie Sprecher Stephan Thern sagte.

Ausnahmezustand in Berlin ausgerufen

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Eine Tendenz zu häufigen Starkniederschlägen sei durchaus zu erkennen, sagte Florian Imery vom Deutschen Wetterdienst. Je wärmer die Luft sei, desto mehr Wasser könne sie aufnehmen. Insofern sei ein Zusammenhang zwischen der Klimaerwärmung und häufigeren Starkniederschlägen naheliegend. Einzelne Wettererscheinungen jedoch könne man nicht auf den Klimawandel zurückführen, stellte Imery klar. Dafür benötige man eine größere Datengrundlage.

In Berlin wurde am Dienstag um Mitternacht der "Ausnahmezustand Wetter" ausgerufen. Dabei werden Einsätze nach Wichtigkeit bearbeitet, nicht nach dem Zeitpunkt des eingehenden Notrufes. Die Polizei Brandenburg berichtete von Blitzeinschlägen, herabfallenden Ästen, Unfällen und überschwemmten Straßen in der Nacht zum Mittwoch.

Auch in Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gab es Gewitter. In Bad Hersfeld bei Kassel führte eine Unwetterwarnung dazu, dass das Festprogramm des Hessentags am Dienstagabend unterbrochen wurde. In Prerow in Vorpommern geriet ein Appartementhaus durch einen Blitzeinschlag in Flammen, verletzt wurde dabei niemand.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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