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Überfallen und umgebracht Nonne in Zentralafrika enthauptet

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Die Nonne arbeitete als Lehrerin und brachte Mädchen das Nähen bei.

(Foto: AP)

In der Zentralafrikanischen Republik ist eine Nonne aus Spanien ermordet worden. Sie ist von bislang Unbekannten überfallen und teilweise geköpft worden. Sie ist das fünfte Todesopfer innerhalb eines Jahres, teilt der Vatikan mit.

Eine 77-jährige Nonne aus Spanien ist in der Zentralafrikanischen Republik ermordet worden. Wie der Vatikan auf seiner Internetseite berichtete, wurde Inès Nieves Sancho in der Nacht zu Montag überfallen und umgebracht. Papst Franziskus verurteilte die Tat als "barbarisch". Ein Massaker mit 26 Toten im Nordwesten des Landes gefährdet derweil das Friedensabkommen zwischen der Regierung in Bangui und mehreren Rebellengruppen.

Die Nonne mit französischen und spanischen Wurzeln hatte in einem Dorf als Lehrerin für Mädchen gearbeitet. Sancho habe den Mädchen das Nähen beigebracht und "ihr Leben in den Dienst an den Armen gestellt", sagte Franziskus bei einer Ansprache auf dem Petersplatz. Er forderte die Gläubigen auf, mit ihm für die Nonne zu beten. Nach Angaben des Vatikans könnte die Tat im Zusammenhang mit dem Handel mit menschlichen Organen stehen. Sie sei das fünfte Mordopfer aus den Reihen einer Ordensgemeinschaft innerhalb eines Jahres.

Ein Sprecher der spanischen Diözese Burgos sagte, die Angreifer hätten Sanchos Kopf abgetrennt. Dabei berief er sich auf die Angaben eines Bischofs in der Zentralafrikanischen Republik. Eine "Terrororganisation" habe sich bisher nicht zu der Tat bekannt, hieß es weiter.

Ein Vertreter des Bistums Berberati, in dem Sancho inzwischen bestattet wurde, sagte, Unbekannte hätten die 77-Jährige aus ihrem Haus in ein Gebüsch gezerrt und dort getötet. "Sie haben überhaupt nichts mitgenommen, sie sind nur gekommen um sie zu töten", fügte er hinzu. Sancho gehörte dem Orden der "Töchter Jesu" aus dem Ort Massac-Seran in Südfrankreich an. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach den Angehörigen der getöteten Nonne seine Anteilnahme aus.

Gewaltausbrüche überwiegend durch Rebellen

Die Zentralafrikanische Republik wird seit Jahren von Gewaltausbrüchen geplagt. Im Jahr 2013 war der christliche Präsident François Bozizé von der überwiegend muslimischen Rebellengruppe der Seleka gestürzt worden. Heute kontrollieren bewaffnete Gruppen rund 80 Prozent des Landes, tausende Menschen kamen bei Kämpfen ums Leben.

Eine bewaffnete Gruppe tötete bei Angriffen auf zwei Dörfer im Nordwesten des Landes mehrere Dutzend Menschen, wie die UNO mitteilte. Mit mehr als 26 Opfern war es die tödlichste Attacke seit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen der Regierung und 14 Milizen im Februar.

Die UN-Mission Minusca verurteilte die Angriffe auf die beiden Dörfer. Ein UN-Vertreter machte die Rebellengruppe 3R für die Taten verantwortlich, die zu den Unterzeichnern des Friedensabkommens zählt. Die Regierung in Bangui und die UNO setzten der Miliz eine Frist von 72 Stunden, um die Angreifer festzunehmen. Andernfalls werde 3R-Anführer 3R Bi Sidi Souleymane für das Massaker zur Verantwortung gezogen.

Quelle: n-tv.de, joh/AFP

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