Panorama

Drohungen gegen Homosexuelle Nutzer von Dating-Apps niedergemacht

86212177.jpg

Nach eigenen Angaben ist Hornet mit 25 Millionen Nutzern die weltweit größte Dating-App für Homosexuelle.

(Foto: picture alliance / dpa)

Homosexuelle führen in Marokko ein Leben in ständiger Angst, ein Outing kann schlimme Folgen haben. Unbekannte haben nun mehrere Dating-Apps unterwandert und die Fotos zahlreicher Nutzer veröffentlicht. Teilweise müssen die Bloßgestellten sogar ihr Zuhause verlassen.

Im islamischen Marokko, wo Homosexualität strafbar ist, sind zahlreiche Nutzer von Dating-Apps für Homosexuelle öffentlich bloßgestellt worden. Unbekannte hätten sich seit Mitte April bei verschiedenen Dating-Apps für Homosexuelle registriert und anschließend Fotos anderer männlicher Nutzer in sozialen Netzwerken geteilt, berichtete Human Rights Watch (HRW).

Die veröffentlichten Fotos seien mit Anfeindungen und Drohungen gegen die Opfer versehen worden. Für lesbische, schwule, bisexuelle oder Transgender (LGBT) könne dies zur Ausgrenzung durch die Familie und Gesellschaft führen, beklagte Human Rights Watch.

"Das Outing von LGBT kann für deren Existenzgrundlage, ihre Sicherheit und mentale Gesundheit schädlich sein", sagte Graeme Reid von Human Rights Watch. Homosexuelle Handlungen stehen in Marokko unter Strafe. Die Preisgabe der Identität der App-Nutzer im Internet habe dazu geführt, dass Familien Mitbewohner aus dem Haus geworfen hätten, berichtete HRW.

"Wir sind uns der schrecklichen Situation in Marokko bewusst", sagte der Geschäftsführer der Dating-App "Hornet", Christof Wittig. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben mit 25 Millionen Nutzern das weltweit größte soziale Netzwerk für Homosexuelle. Etwa 1000 gefälschte Profile, die mutmaßlich an der Aktion beteiligt waren, seien bereits gelöscht worden. Zudem seien Nutzer informiert und gewarnt worden.

Quelle: ntv.de, jru/dpa