Panorama

Kind fiel 45 Meter tief Opa wegen Kreuzfahrt-Todessturz vor Gericht

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Auf der "Freedom of the Seas" kam es im Juli zu dem tödlichen Sturz.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Im Juli dieses Jahres stürzt die eineinhalbjährige Chloe tödlich von einem Kreuzfahrtschiff, obwohl ihr Großvater zu diesem Zeitpunkt auf sie aufpassen soll. Reederei und Familie geben sich gegenseitig die Schuld an der Tragödie. Nun muss sich der Mann vor Gericht verantworten.

Ein Mann aus den USA ist von einem Gericht in Puerto Rico angeklagt worden, weil er für den tödlichen Sturz seiner eineinhalbjährigen Enkelin auf einem Kreuzfahrtschiff mitverantwortlich gemacht wird. Salvatore Anello, der Großvater der toten Chloe, wurde deshalb wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, wie mehrere internationale Medien berichten.

Der tödliche Sturz des kleinen Mädchens ereignete sich während einer Schiffsreise der "Freedom of the Seas" in Puerto Rico, die die Familie bei der Reederei Royal Caribbean gebucht hatte. Eine Woche wollte die Familie, die aus dem US-Bundesstaat Indiana stammt, durch die Karibik reisen. An jenem Tag im Juli spielte der Großvater mit seiner Enkelin im Kinderbereich des Schiffes. Doch dann nahm der Urlaub eine tragische Wendung, denn Chloe stürzte aus dem offenen Fenster 45 Meter in die Tiefe und schlug auf dem Boden auf. Im Krankenhaus konnte später nur noch ihr Tod festgestellt werden.

Der Großvater hatte den Behörden damals erklärt, dass Chloe plötzlich aus seinem Arm gerutscht und in die Tiefe gestürzt sei. Die Hafenpolizei berichtete nach dem Vorfall, dass er das Kind auf die Fensterkante gesetzt habe. Chloe war erst 18 Monate alt. Die Familie gab nach dem Tod des Mädchens jedoch Royal Caribbean die Schuld. Denn das Unternehmen habe der Polizei nicht klargemacht, dass fahrlässigerweise die Fenster im Kinderbereich offen waren. 

Während des Prozesses erklärte ein Anwalt der Familie, dass Chloe ihren Großvater gebeten habe, sie hochzuheben, damit sie gegen das Fensterglas schlagen könne. Nach Angaben der "Daily Mail" sieht das Gericht es als erwiesen an, dass er für den Tod des Mädchens eine Mit-Verantwortung trägt. Die weiteren Details des Falls müssen allerdings noch geklärt werden. Der Richter hatte Anello am Montag vorläufig inhaftiert, durch eine Zahlung von 72.000 Euro kann er aber bis zum nächsten Verhandlungstermin am 20. November auf freiem Fuß bleiben.

Quelle: n-tv.de, sgu