Faulenzendes Tier ist AttraktionOslo erwägt Tötung von Walross Freya

Seit Tagen begeistert Walross Freya die Menschen rund um Oslo. Doch immer wieder missachten Schaulustige die Verhaltensregeln der Fischereibehörde. Dort will man nun prüfen, was mit dem Tier geschehen soll.
Die Aufmerksamkeit für ein Walross namens Freya in Norwegen könnte dem Tier unter Umständen zum Verhängnis werden. Das unachtsame Verhalten von Schaulustigen und das Nichtbefolgen von behördlichen Empfehlungen könne Leben und Gesundheit in Gefahr bringen, erklärte die norwegische Fischereidirektion am Donnerstagabend.
"Wir prüfen jetzt weitere Maßnahmen, bei denen die Tötung eine echte Alternative sein kann", warnte die leitende Kommunikationsberaterin der Behörde, Nadia Jdaini. Man sei mit einer Patrouille im Oslofjord vor Ort, um die Situation zu beobachten.
Das knapp 600 Kilogramm schwere Walross-Weibchen, das nach der nordischen Göttin der Liebe und Schönheit benannt wurde, hält die Region um die norwegische Hauptstadt Oslo seit Wochen auf Trab. Unter anderem legte es sich immer wieder auf vor Anker liegende Boote, die unter ihrem Gewicht teilweise kenterten.
Für viele Menschen in der Region ist das Tier zur Sommerattraktion geworden. Menschenmassen strömen in den Fjord, um sich das Tier anzuschauen. Die Zeitung "Verdens Gang" hat auf ihrer Website einen Livestream eingerichtet, um jede seiner Regungen zu verfolgen. Zwischen langen Nickerchen - ein Walross schläft bis zu 20 Stunden am Tag - wurde Freya unter anderem dabei gefilmt, wie sie eine Ente jagte und einen Schwan angriff.
Freya war zuvor schon in Großbritannien, den Niederlanden, Dänemark und Schweden gesichtet worden, und genießt nun den Sommer in Norwegen. Zuerst kletterte sie in Kragerö in Südnorwegen auf Boote. Seit Mitte Juli treibt sie im Oslofjord, etwa im Jachthafen Frognerkilen, ihr Unwesen. Normalerweise leben Walrosse weiter nördlich in arktischen Gewässern.
Die Fischereidirektion stört sich vor allem daran, dass Leute zu Freya ins Wasser gehüpft und ihr zudem mit Kindern am Ufer sehr nahe gekommen sind, um Fotos zu machen. "Wir möchten der Öffentlichkeit erneut - dringend - empfehlen, dort, wo das Walross beobachtet wurde, Abstand zu halten und nicht mit ihm zu baden", erklärte Jdaini. Dies diene der eigenen Sicherheit ebenso wie dem Tierschutz. Größte Sorge sei, dass Menschen zu Schaden kommen könnten. Das Töten des Tieres wird dabei als letzte Option betrachtet.