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Archivaufnahme aus den Beständen des Stadtmuseums von Oslo: In zehntausenden Fällen kam es zu Liebesbeziehungen zwischen Norweggerinnen und Soldaten der Besatzungsmacht.
Archivaufnahme aus den Beständen des Stadtmuseums von Oslo: In zehntausenden Fällen kam es zu Liebesbeziehungen zwischen Norweggerinnen und Soldaten der Besatzungsmacht.(Foto: © Oslo Museum, ndla.no / CC BY-NC-ND)
Donnerstag, 18. Oktober 2018

Norwegerinnen und Besatzer: Oslo öffnet dunkles Kapitel aus dem Krieg

Zehntausende Norwegerinnen gingen während der Besatzung ein Verhältnis mit Deutschen ein. Nach dem Ende des Krieges brandmarkte das Land die Frauen öffentlich. Nun endet das jahrzehntelange Schweigen der Regierung.

Mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich Norwegen offiziell dafür entschuldigt, wie Frauen behandelt wurden, die sich mit einem deutschen Soldaten eingelassen hatten. "Die norwegischen Behörden haben den Grundprinzipien des Rechtsstaats zuwidergehandelt. Kein Bürger darf ohne Urteil oder Gesetz verurteilt werden", sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg.

Ministerpräsidentin Solberg entschuldigt sich im Namen der norwegischen Behörden.
Ministerpräsidentin Solberg entschuldigt sich im Namen der norwegischen Behörden.(Foto: picture alliance/dpa)

Schätzungen zufolge hatten während der deutschen Besatzung von 1940 bis 1945 bis zu 50.000 Norwegerinnen ein Liebesverhältnis zu einem deutschen Soldaten. Rund 12.000 Kinder mit deutsch-norwegischen Eltern wurden in dieser Zeit registriert.

Als "Tyskerjenter" ausgegrenzt

Nach dem Krieg wurden die Frauen als "Tyskerjenter" (etwa: Deutschenmädchen) beschimpft. Tausende wurden öffentlich misshandelt, kahlgeschoren und interniert. Sie verloren ihre norwegische Staatsbürgerschaft und wurden außer Landes geschickt.

Solberg räumte ein, dass die Entschuldigung sehr spät komme. Die meisten dieser Frauen leben inzwischen nicht mehr. Grund sei, dass es lange gedauert habe, bis jemand die Geschichten der Betroffenen erzählen wollte. Erst in den vergangenen Jahren sei das ganze Ausmaß ihres Schicksals bekannt geworden.

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Quelle: n-tv.de