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"Nikolaus bleib gesund!" Pandemie-Weihnachten erfordert Kreativität

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Ein Videochat kann über die Festtage eine Möglichkeit zur Begegnung darstellen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Pandemie-Weihnachten 2020 wird ein besonderes Fest. Doch Resilienzforscher Lieb sieht durchaus Möglichkeiten für kreatives Beisammensein. Und Kinder glauben, dass der Nikolaus mit Maske kommen kann.

Der Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung, Klaus Lieb, empfiehlt in Zeiten der Pandemie einen kreativen Umgang mit dem Weihnachtsfest. "Weihnachten ist ein wichtiges Familienevent, aber wenn dabei die Gefahr droht, sich und andere zu gefährden, sollte man es noch einmal infrage stellen und das Treffen verlegen, wie Hochzeiten derzeit auch", sagte Lieb in Mainz. Die meisten Menschen antworteten auf die Frage, was ihnen im Leben am wichtigsten ist, "Gesundheit" - und nicht "das Weihnachtsfest".

Ein Treffen im ganz kleinen Kreise könne in diesem Corona-Winter ausreichen und es könne zugleich nach kreativen Geschenkideen und Möglichkeiten der Begegnung gesucht werden. Per Video zusammenkommen, dasselbe kochen und dann gleichzeitig essen und trinken etwa könne auch in der Adventszeit Spaß machen.

Viele Kinder wünschen sich trotzdem schon vom Nikolaus, dass die Corona-Krise vorübergehen soll. Es gebe kaum ein Schreiben, in denen die Pandemie nicht erwähnt sei, sagte Sabine Gerecke vom Nikolauspostamt in St. Nikolaus im Saarland. Auf Wunschzetteln stehe meist ganz oben: "Dass Corona weggehen oder das Virus verschwinden soll". Oder: "Dass die Kinder mit der ganzen Familie Weihnachten feiern und auch wieder die Oma besuchen wollen", berichtete Gerecke als Leiterin der Aktion.

Maximal zwei Haushalte

Es gebe auch viele Briefe, in denen die Kinder es bedauerten, dass der Nikolaus wegen Corona nicht vorbeikommen dürfe. Andere schrieben: "Bitte vergiss deine Maske nicht, dann darfst du auch kommen" oder "Nikolaus bleib gesund!". Seit mehr als 50 Jahren schreiben Kinder "An den Nikolaus" in dem kleinen Ort in der Gemeinde Großrosseln nahe der französischen Grenze. Die Briefe werden von rund 40 ehrenamtlichen Helfern beantwortet und ab dem 4. Dezember bis zum 24. Dezember verschickt.

In diesem Jahr sind der Nikolaus und seine Helfer in einer eigenen Nikolaushütte am Nikolausplatz zu finden. Im vergangenen Jahr hatte das Nikolaus-Team auf 26.568 Schreiben von Kindern aus insgesamt 41 Ländern geantwortet - so viele wie nie zuvor. In Deutschland gibt es sieben Weihnachtspostfilialen, an die Kinder ihre Briefe an den Weihnachtsmann, das Christkind oder den Nikolaus schicken können.

Bund und Länder hatten am Mittwochabend beschlossen, dass der Teil-Lockdown mit der Schließung unter anderem von Restaurants, Theatern und Freizeiteinrichtungen bis zum 20. Dezember verlängert wird. Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sollen auf maximal fünf Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt begrenzt werden. Weihnachten soll aber gefeiert werden können, im engsten Familien- und Freundeskreis mit maximal zehn Menschen, Kinder bis 14 Jahre jeweils nicht eingerechnet.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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