Panorama

Umfrage zeigt Überraschendes Pandemie hat auch positive Effekte

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Länger schlafen, dank Homeoffice - einer der positiven Effekte, die bei der Umfrage genannt wurden.

(Foto: imago images/Westend61)

Zehntausende Tote, Wirtschaftskrise und mehr Fälle von Depressionen - die Corona-Krise hat Deutschland fest im Griff. Doch eine große Umfrage zeigt, dass gar nicht so wenige Menschen auch positive Effekte der Pandemie sehen.

Es ist nicht alles schlecht: Die Corona-Pandemie hat die Lebenszufriedenheit vieler Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge in einigen Bereichen verbessert. So schätzen viele Erwachsene sowohl ihre Gesundheit als auch ihren Schlaf deutlich besser ein als früher, wie neueste Daten des "Sozio-ökonomischen Panels" (SOEP) zeigen.

Die jährliche Befragung von Privathaushalten ist die größte Langzeitstudie zur gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Mehr als 6500 Teilnehmende der Studie wurden im April und Juni 2020 sowie im Januar 2021 zusätzlich zu ihrer Lebenssituation in der Pandemie befragt.

Homeschooling, wenig Außenkontakte: Viele Erwachsene stuften bei der jüngsten Befragung ihr Familienleben etwas schlechter ein als in den Jahren vor der Pandemie. Doch insgesamt seien diese Werte im Zeitraum April bis Januar recht stabil, wie Stefan Liebig sagte. Er ist Direktor des Panels und wissenschaftliches Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Besonders unzufrieden seien die Menschen allerdings inzwischen mit ihrem Freizeitverhalten, das durch die Corona-Maßnahmen stark eingeschränkt ist.

Weniger Arbeitswege

Aber warum sind die Menschen mit ihrer Gesundheit und dem Schlaf zufriedener als vor der Pandemie? "Im Angesicht der Bedrohungen durch die Pandemie sind die Zipperlein, die man am Rücken spürt, wohl zu vernachlässigen", sagte Liebig. Dass viele Menschen zufriedener mit ihrem Schlaf seien, habe praktische Gründe: "Durch das Homeoffice entfallen zum Beispiel lange Anfahrtswege zur Arbeitsstelle."

Insgesamt ist die allgemeine Lebenszufriedenheit in der zweiten Corona-Welle im Vergleich zur ersten laut Umfrage etwas zurückgegangen. Was erwartet der Forscher für die Zukunft an größeren Problemen? "Bei den Langzeitfolgen müssen wir vor allem genau auf die jungen Leute schauen." Durch das Homeschooling könnten mehr Kinder in bildungsfernen Familien den Anschluss verlieren, fürchtet Liebig.

Bei den repräsentativen Umfragen des Panels werden seit 1984 auch Aspekte der Lebenszufriedenheit regelmäßig abgefragt. Die Antworten aus der Zusatzstudie in der Corona-Krise werden in Zusammenarbeit mit der Uni Bielefeld ausgewertet. Die Forscher analysieren noch an diesem Freitag die letzten Datensätze. "Der Einfluss der Pandemie auf die Lebenszufriedenheit ist aber ganz klar erkennbar", betonte Liebig.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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