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Abschaffung weltweit erwünscht Papst lehnt Todesstrafe endgültig ab

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Die neue Regel spiegelt die absolute Gegnerschaft von Papst Franziskus zur Todesstrafe wider.

(Foto: picture alliance / Ettore Ferrar)

Lange Zeit erlaubt die römisch-katholische Kirche die Verhängung der Todesstrafe in extremen Fällen. Doch damit ist nun Schluss. Die Würde des Menschen werde damit zu Unrecht angetastet. In manchen Ländern dürfte diese Änderung auf Widerstand stoßen.

Die römisch-katholische Kirche hat ihre Haltung zur Todesstrafe geändert und lehnt diese nun unter allen Umständen ab. Die Todesstrafe sei unzulässig, "weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt", heißt es in einer Änderung des Katechismus.

Die Kirche setze sich "mit Entschiedenheit" für die Abschaffung der Todesstrafe in der ganzen Welt ein. Diese Form der Strafe stehe im Widerspruch zum Evangelium. Bisher schloss der Katechismus - die Leitlinie der katholischen Lehre - die Todesstrafe als letztes Mittel nicht prinzipiell aus.

"Lange Zeit wurde der Rückgriff auf die Todesstrafe durch die rechtmäßige Autorität - nach einem ordentlichen Gerichtsverfahren - als eine angemessene Antwort auf die Schwere einiger Verbrechen und als ein annehmbares, wenn auch extremes Mittel zur Wahrung des Gemeinwohls angesehen", hieß es jetzt in der Mitteilung des Vatikans. Heute gebe es aber ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass die Würde der Person auch dann nicht verloren geht, wenn jemand schwerste Verbrechen begangen habe.

Eine Änderung der Haltung, die Todesstrafe in extremen Fällen zu erlauben, begann schon unter Papst Johannes Paul II., der 2005 starb. Die neue Regel spiegele die absolute Gegnerschaft von Papst Franziskus wider, teilte der Vatikan mit. Die Änderung dürfte auf starken Widerstand in Ländern wie den USA stoßen, wo viele Katholiken für die Todesstrafe sind und diese noch verhängt und vollstreckt wird.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts

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