Panorama

Missbrauch nicht erwiesen Papst trifft freigesprochenen Kardinal Pell

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Das Treffen mit Papst Franziskus sei "sehr gut" verlaufen, sagte Kardinal Pell im Anschluss.

(Foto: imago images/Independent Photo Agency Int.)

Mehrere Monate verbringt Kardinal Pell im Gefängnis. Ein Gericht hatte ihn wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Chorknaben verurteilt. Doch im April dieses Jahres wird der 79-Jährige vom Obersten Gericht Australiens freigesprochen. Jetzt ist er auch im Vatikan wieder ein gern gesehener Gast.

Papst Franziskus hat den vom Vorwurf der sexuellen Misshandlung von Kindern freigesprochenen australischen Kardinal George Pell empfangen. Erstmals seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Pell gewährte Franziskus dem Australier eine Privataudienz, wie der Vatikan mitteilte. Pell war nach seinem Freispruch Ende September nach Rom zurückgekehrt. Der Vatikan machte keine Angaben zu den Inhalten des Gesprächs zwischen Franziskus und Pell. Die italienische Zeitung "La Stampa" zitierte Pell mit den Worten, das Treffen sei "sehr gut" verlaufen.

Der australische Kardinal hatte vor seiner Inhaftierung wegen der Missbrauchsvorwürfe die Finanzbehörde im Vatikan geleitet. Unklar ist, ob Franziskus ihn erneut mit einem wichtigen Amt in dem Kirchenstaat betrauen wird. Aus Vatikan-Kreisen hieß es, Pell sei auf Eigeninitiative nach Rom zurückgekehrt - und nicht, weil Franziskus ihn zurückbeordert habe.

Zuletzt waren sich Franziskus und Pell im Jahr 2017 persönlich begegnet. Danach war Pell nach Australien zurückgekehrt, um sich einem Missbrauchsprozess zu stellen. Im Dezember 2018 verurteilte ihn ein australisches Gericht wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Chorknaben. Pell bestritt die Vorwürfe vehement.

Seit März vergangenen Jahres hatte Pell im Gefängnis gesessen. Anfang April dieses Jahres hob das Oberste Gericht Australiens das Urteil gegen den früheren Finanzchef des Vatikans jedoch letztinstanzlich in allen Punkten auf. Pell war der ranghöchste katholische Geistliche weltweit, der im Zuge der Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche verurteilt worden war. Der Vatikan hatte seinen Freispruch begrüßt. Opfervertreter übten hingegen scharfe Kritik daran.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP