Junge Katholiken feiern FranziskusPapst verabschiedet sich aus Polen

Großes Finale beim Weltjugendtag in Krakau. Mit einer riesigen Messe beendet Papst Franziskus das weltgrößte Katholikentreffen. Den Jugendlichen redet er nochmal ins Gewissen und fordert mehr "Menschlichkeit".
Emotionaler Ausklang des Weltjugendtages in Krakau mit Papst Franziskus: An der Messe zum Abschluss nahmen mehr als eine Million Pilger teil. Die Veranstalter sprachen von 1,6 Millionen. Bereits am Vorabend waren trotz großer Hitze Tausende Gläubige zu einer Gebetswache auf das "Feld der Barmherzigkeit" vor den Toren der polnischen Stadt geströmt und hatten dort die Nacht verbracht.
Am Vormittag feierten die Pilger den argentinischen Papst dann noch einmal wie einen Popstar. Vor der Messe fuhr Franziskus mit dem Papa-Mobil durch die Massen und grüßte sie. Unzählige Polizisten hatten die Orte des Katholikentreffens gesichert.
Franziskus rief die Jugendlichen wie schon mehrfach in den vergangenen Tagen auf, nicht den Mut zu verlieren. Zudem verurteilte er das "Doping des Erfolgs um jeden Preis" und ein egoistisches Denken. Für Gott sei es nicht wichtig, "welches Kleid du trägst oder welches Handy du benutzt".
Weltjugendtag 2019 in Panama
Bei einer Nachtwache am Samstagabend hatte Franziskus die Jugend bereits aufgefordert, ihre Zeit nicht auf dem Sofa vor Computern und Fernsehern zu verbringen. "Liebe junge Menschen, wir sind nicht auf die Welt gekommen, um vor uns hinzuvegetieren", sagte er, "sondern um Spuren zu hinterlassen".
In Krakau hatten junge Menschen aus mehr als 180 Staaten fast eine Woche lang gemeinsam gebetet und gefeiert. Um den Papst zum Abschluss noch einmal zu erleben, nahmen sie große Strapazen auf sich: Auf dem Weg zum Freigelände mussten sie kilometerlange Strecken zu Fuß bewältigen. Anwohner und Helfer versorgten sie mit Getränken oder besprühten sie mit Wasser.
Nach der Messe wurde bekanntgegeben, dass der nächste Weltjugendtag 2019 in Panama stattfindet und damit nach Rio de Janeiro im Jahr 2013 erneut in Lateinamerika. Die Treffen gehen auf eine Initiative des früheren polnischen Papstes Johannes Paul II zurück. Den bislang einzigen Weltjugendtag in Deutschland gab es 2005 in Köln.