Panorama

Kontrollverlust im Januar droht Paris plant noch rigidere Sperrstunde

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat gerade eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden.

(Foto: picture alliance/dpa/POOL Reuters/AP)

Die Franzosen sind von harten Lockdowns zermürbt. Doch statt Lockerungen stehen einigen Regionen nun verschärfte Ausgangssperren schon ab dem frühen Abend bevor. Dass die Restaurants bald wieder öffnen dürfen, glaubt die Regierung in Paris nicht. Allerdings bekommen alle Bürger schnell einen Test.

Frankreich will wegen steigender Corona-Zahlen eine Verschärfung der abendlichen Ausgangssperren in besonders betroffenen Gebieten. Man werde dort für Anfang Januar eine Ausgangssperre ab 18 Uhr vorschlagen, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran am Abend im TV-Sender France 2 an. Derzeit gilt landesweit eine solche Ausgangssperre - in Frankreich couvre-feu genannt - ab 20 Uhr. Die Menschen dürfen dann nur mit triftigem Grund das Haus verlassen - einfache Spaziergänge, einkaufen oder Sport gehören nicht dazu. Besonders ernst sei die Lage derzeit in der an Deutschland grenzenden Region Grand-Est, in der Region Auvergne-Rhône-Alpes und in den Gebieten Franche-Comté und Alpes-Maritimes, sagte der Minister.

Neue landesweite Ausgangsbeschränkungen seien aktuell nicht vorgesehen. "Wir befinden uns seit drei Wochen auf einem Plateau, mit etwa 15.000 Neuinfektionen pro Tag." Es gebe im Land erhebliche regionale Unterschiede - so sei der Osten stärker betroffen als der Westen. Der wissenschaftliche Rat warnte in einer soeben veröffentlichten Analyse vor einem "unkontrollierten Wiederaufflammen der Epidemie im Januar". Véran machte wenig Hoffnung, dass am 7. Januar Museen, Kinos und Theater wieder öffnen können. Es sei derzeit schwierig, alle Beschränkungen aufzuheben. Man müsse Anfang Januar schauen, wie sich die Lage entwickle. Eigentlich ist für den 20. Januar auch die Öffnung der Restaurants und Bars vorgesehen - das erscheint momentan ebenfalls unwahrscheinlich.

Frankreich mit seinen 67 Millionen Einwohnern ist von der Pandemie schwer getroffen. Von Ende Oktober bis Mitte Dezember galten im ganzen Land strenge Ausgangsbeschränkungen - diese wurden dann gelockert, eine abendliche Ausgangssperre eingeführt. Geschäfte durften bereits Ende November wieder öffnen. Das Land setzt vor allem auf Corona-Tests. Es ist in der Regel problemlos möglich, sich in einem Labor testen zu lassen und ein zügiges Ergebnis zu bekommen. In Apotheken können die Menschen außerdem Antigen-Schnelltests machen lassen. Wie in anderen europäischen Ländern hat auch in Frankreich am Wochenende die Impfkampagne begonnen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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