Panorama

Posieren, lausen, knuddeln Paviane kidnappen Löwenbaby

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(Foto: kurtsafari.com)

Ob ein unerfüllter Kinderwunsch schuld ist, ist unklar. Fakt ist aber, dass eine Gruppe Paviane in Südafrika ein Löwenbaby auf einen Amarula-Baum verschleppt - und versucht, es wie den eigenen Nachwuchs aufzuziehen. Die Überlebenschancen des Löwen sind gering.

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Ein Pavian entführt ein Löwenbaby und versucht, es aufzuziehen: Diese Situation haben Touristen im südafrikanischen Krüger-Nationalpark beobachtet. "Eine Gruppe von Pavianen hatte ein kleines Löwenbaby auf einen Baum verschleppt - wir dachten zunächst, es sei tot", erklärte Kurt Schultz vom gleichnamigen Safariunternehmen. Doch die Paviane versuchten stattdessen offenbar, den kleinen Löwen wie ihren eigenen Nachwuchs aufzuziehen, suchten nach Flöhen in seinem Fell und gingen demonstrativ liebevoll mit ihm um. Zudem posierten sie regelrecht mit ihrem Entführungsopfer.

"Es ist das erste Mal, das ich so etwas erlebt habe", betonte Schultz, dessen Bilder des Vorfalls auch auf der Titelseite der südafrikanischen "Beeld"-Zeitung abgedruckt waren. Den Vorfall hat er nach eigenen Angaben am Samstag nahe dem Skukuza-Camp auf einem Amarula-Baum beobachtet. Erst nach etwa einer Stunde sei die Herde außer Sicht gewesen.Laut Schultz kommt es vor, dass Affenhorden kleine Raubtiere töten - es sei allerdings das erste Mal in 20 Jahren, dass ein Pavian ein junges Raubtier aufzieht und sich darum kümmert.

Doch die Situation ist beiweitem nicht so niedlich, wie sie zunächst wirkt - und für das Löwenbaby sogar lebensbedrohlich. „Das Löwenjunge wirkte sehr müde und dehydriert von der langen Zeit, die es in den Armen des Pavians in der heißen Sonne verbringen musste“, sagte Schultz der „Beeld“-Zeitung. "Ich sehe keine Überlebenschancen für das Jungtier", zitierte "Newsweek" den Safari-Veranstalter. Die Affenhorde sei zu groß, als dass ein Löwe zu dem Baby durchdringen und es retten könnte. "Die Natur ist grausam und junge Raubtiere überleben nicht so leicht." Was mit dem Löwen passierte, nachdem die Pavianherde das Weite suchte, weiß er nicht.

Dass es sich bei dem Entführer offenbar um einen männlichen Pavian handelt, ist laut der Stiftung Baboon Matters äußerst ungewöhnlich. Man würde solch ein Verhalten eher bei einem Weibchen erwarten, hieß es gegenüber der "Beeld"-Zeitung.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa