Panorama

Neuseeland streitet um Skipiste Petition gegen Ehrung eines SS-Soldaten

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Der Mount Hutt in Neuseeland ist 2185 Meter hoch.

(Foto: imago/Danita Delimont)

In Neuseeland bemüht sich der Österreicher Willi Huber Zeit seines Lebens um die Erschließung des Berges Mount Hutt. Zu seinen Ehren wird eine Skipiste nach ihm benannt. Doch nun regt sich Widerstand. Denn Huber diente im Zweiten Weltkrieg in der Waffen-SS.

Der Österreicher Willi Huber hat in den neuseeländischen Alpen maßgeblich zur Erschließung des Mount Hutt als Skigebiet beigetragen. Zum Dank wurde eine Piste nach ihm benannt, eine Gedenktafel erinnert an seine Verdienste. Weil der im August im Alter von 98 Jahren gestorbene Huber aber im Zweiten Weltkrieg in der Waffen-SS für die Nazis kämpfte, haben Neuseeländer eine Petition gestartet: Sie wollen, dass die Tafel abgenommen und die Skipiste "Hubers Run" umbenannt wird. Mittlerweile erreichten die Organisatoren ihr Ziel von 5000 Unterschriften.

In ihrer Online-Petition fordern sie die Beseitigung jeglichen "ehrenvollen Erbes" für Huber auf dem Berg in der Region Canterbury auf der Südinsel. "Das ist kein 'Vermächtnis', auf das man stolz sein kann, und eine Beleidigung für alle, die von den Nazis ermordet wurden oder im Kampf gegen die Nazis starben", heißt es zur Erklärung. Huber lebte seit 1953 in dem Pazifikstaat und war mit einer Neuseeländerin verheiratet. Wegen seiner Bemühungen um die Erschließung des 2185 Meter hohen Mount Hutt ist er in Neuseeland berühmt.

Huber wurde 1923 als Sohn eines Landwirts in den österreichischen Alpen geboren. Im Alter von 17 Jahren meldete er sich freiwillig zur Waffen-SS und diente zunächst als MG-Schütze. 1941 nahm er am Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion teil und wurde zum Offizier befördert. Nach der Kriegsgefangenschaft in einem US-Lager emigrierte Huber nach Neuseeland.

Zeit seines Lebens zeigte er wenig Reue für seine Vergangenheit. 2017 bezeichnete er gegenüber dem Sender TVNZ Hitler als "sehr clever". Der Diktator habe Österreich aus den wirtschaftlichen Nöten geholt und der Bevölkerung "einen Ausweg geboten". Angesprochen auf die Konzentrationslager meinte er, dass die SS "falsch lag, aber das ist alles". Er und seine Kameraden hätten von den Todeslagern nichts gewusst.

Dass die Ehrungen für den Österreicher wirklich beseitigt werden, gilt als unwahrscheinlich. Der Manager des Skigebiets, James McKenzie, sagte der Nachrichtenseite "Stuff", alles werde so bleiben wie bisher, solange keine Beweise dafür auftauchten, dass Huber Kriegsverbrechen begangen habe.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa