Panorama

Totschlag an Siebenjährigem "Pflege-Oma" zu langer Haftstrafe verurteilt

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Die Kammer wertet die Tat als Totschlang und nicht als Mord.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Landgericht Heilbronn verurteilt eine 70-jährige Pflege-Betreuerin aus Künzelsau wegen Totschlags an einem Kind zu einer zehneinhalb Jahre langen Haftstrafe. Der Gericht sieht es als erwiesen an, dass sie den sieben Jahre alten Ole erwürgt hat. Die Frau soll an einer depressiven Störung leiden.

Wegen Totschlags an ihrem Pflegekind ist eine Seniorin aus Baden-Württemberg zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Heilbronn sprach die Frau schuldig, den siebenjährigen Ole erwürgt zu haben. Im Gegensatz zu Staatsanwaltschaft und Nebenklage bewertete die Kammer die Tat vom April 2018 in Künzelsau (Baden-Württemberg) allerdings nicht als Mord.

Es bestehe nicht der geringste Zweifel daran, dass die Angeklagte den Jungen vor rund einem Jahr vorsätzlich getötet habe, sagte der Vorsitzende Richter. Er sprach von einem Motivbündel. Die Angeklagte sei überlastet und aufgewühlt gewesen, außerdem sei die Tat durch eine depressive Störung der Frau geprägt gewesen.

Es sei nicht auszuschließen, dass die Angeklagte zur Tatzeit in ihrer Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Die der Familie des Jungen seit Jahren als "Pflege-Oma" vertraute Deutsche soll das Kind mindestens drei Minuten lang gewürgt haben. Am nächsten Tag fanden die Eltern ihren Sohn tot in der Badewanne der Frau.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die damals 69-Jährige den Jungen fast täglich gesehen und betreut, doch als er in die Grundschule kam, konnte die Frau nur noch selten auf Ole aufpassen.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa